GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Lütje, Susanne
Titel Wirbel auf dem Wochenmarkt
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Rachner, Marina
ISBN 978-3-596-85370-0 Reihe Radieschen & Co.
Verlag Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2010
Seitenzahl 238 Preis 10,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 8-9
10-11
Inhaltsangabe Wieder einmal brauchen Will und Hannah ein paar gute Ideen, denn es wird nicht langweilig auf dem Lehmannshof. Benja hat inzwischen Hundewelpen bekommen, auf dem Wochenmarkt treibt ein Dieb sein Unwesen, der Kater ist verschwunden, der Holzkopp möchte die Eröffnung von Lehmanns Hofladen sabotieren und Will braucht dringend viel Geld. Nur 10 Tage Zeit und so viel zu tun.
Beurteilungstext Erst im Herbst hatte Will auf dem Hof in Hannah eine dufte Freundin und Hilfe bei der Rettung des Kettenkarussells gefunden. Der Rummel auf der Wiese des Biobauernhofes war gut angekommen und hatte Wilhelm lll., dem jüngsten König des Kettenkarussells das Leben bei der Schaustellertruppe gerettet. Jetzt im Frühling kehrt Will für einen Ferienbesuch zurück und gerät gleich in einen Wirbel um aufregende Ereignisse.
Die Kinder beweisen erneut, dass man mit einem festen Ziel viel erreichen kann, dass man für einige Dinge wirklich Herzblut braucht, um eine Chance auf Erfolg zu haben und dass Freude bei der Arbeit alles leichter macht.
Die Welt des Biohofes wagt eine Gradwanderung zwischen kitschiger heiler Welt und realer Problemgestaltung auf kindlicher Handlungsebene und Vorstellungswelt. Dennoch ist die Grenze fließend und die Geschichte läuft ständig Gefahr abzugleiten. Viele Motive wie z. B. das abenteuerliche Detektivspiel, ein eigenes Haustier, dicke Freundschaften, ein abwechslungsreicher und aufregender Alltag sowie die funktionierende Familie sind in der heutigen Zeit schon eine füllige Sammlung im Leben Heranwachsender. Die Produktionsgeschwindigkeit der Nistkästen erscheint illusorisch, auch die Existenz so guter Gemeinschaften ist heute nicht mehr oft zu finden. Dennoch wirkt die Gesamtdarstellung realitätsnah. Biohöfe mit Hofläden sind ein wiederentdeckter Trend in ländlichen Gegenden, müssen sich aber genauso rentieren wie jede andere Einkommensquelle und kosten für alle Beteiligten viel Arbeit und Investitionen. Die Erfahrung von Gemeinschaft verleiht nicht nur dabei enorme Kraft.
Eine kindgerechte und ausdrucksvolle Sprache mit viel wörtlicher Rede erweckt den Lehmannshof zum Leben, wirkt frisch und locker. Die Autorin erreicht das nicht zuletzt durch den häufigen aber unaufdringlichen Einsatz von Satzellipsen, die sich hervorragend zum Darstellen von Gedanken eignen. Die Überschriften der 24 Kapitel machen neugierig, und Susanne Lütje versteht es gut, mit bildgebenden Namen zu spielen.
Liebevolle Schwarz-Weiß-Zeichnungen illustrieren einzelne Textstellen, besondere Textteile werden abgesetzt und bekommen eine passende Formatierung. Auf diese Weise wurde eine ansprechende und altersgemäße Gliederung erreicht.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 Wa, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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