GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Obrecht, Bettina
Titel Willkommen zurück, Opa
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Scholz, Barbara
ISBN 978-3-522-30167-1 Reihe
Verlag Thienemann, Stuttgart, 2010
Seitenzahl 64 Preis 11,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 8-9
10-11
12-13
Inhaltsangabe Der von Lisa geliebte Opa kommt von einem langen Krankenhausaufenthalt zurück. Aber er kommt im Rollstuhl. Noch ist die eine Seite nach einem überstandenen Schlaganfall fast vollständig gelähmt. Aber nicht nur das Äußere des Opas hat sich verändert. Er ist auch in seinen Gefühlsreaktionen ganz anders geworden, so dass nicht nur Lisa, sondern auch alle anderen in der Familie leiden. Lisa gründet mit ihrer Freundin und deren Bruder eine Band. An ihrem ersten Auftritt nimmt auch der Opa teil.
Beurteilungstext Das ist kein Buch, das sich Kinder von sich aus zum Lesen aussuchen. Und doch ist es ein Buch, das ganz ausgezeichnet ist für Kinder, die in ihrem näheren Umfeld die Veränderung eines Menschen durch einen Schlaganfall erlebt haben und wie die kleine Lisa ihre Probleme damit haben, dass der geliebte Opa, der sie vor Gefahren beschützte, alles repariert hat, für jeden Spaß zu haben war, immer noch der Opa und doch ein anderer geworden ist. Das Buch erzählt aber nicht nur von den Nöten der Enkelin, auch die Nöte der nun mit der Pflege betrauten Familienmitglieder werden erfahren. Dass der Opa selbst unter seiner Veränderung leidet und deshalb griesgrämig und auch depressiv wird, wird beim Lesen einfühlsam erlebbar. Lisa darf zum ersten Mal nicht in die Ferien fahren. Wegen Opas Krankheit. Sie ist erst verzweifelt, findet aber selbst einen Weg, diese Ferien sinnvoll zu füllen. Sie gründet mit ihrer Freundin und deren Bruder eine Band. Ein Schlagzeug fehlt. Eine alte Frau im Dorf, ebenfalls nach einem Schlaganfall behindert, soll eines haben. In der Begegnung mit dieser Frau wird Lisa mit Inkontinenz, undeutlicher Sprache, Speichelfluss, etc. konfrontiert. Meisterlich wird erzählt, wie Lisa erst allmählich ihr Abscheu überwindet und merkt, dass diese Frau voller Güte und dankbar für jede freundliche Geste ist. Jetzt erst ist sie voller Achtung vor dem Schicksal, das diese Frau zu meistern hat. Sie ist der alten Dame zugeneigt, nicht nur wegen des Schlagzeugs, das sie sich holen darf. Ein großer Trost für Lisa und ein Ausgleich für alle Erwachsenen in diesem Beziehungsgeflecht ist der kleine Hund, den Lisa sich als Ausgleich für die nicht stattgefundene Ferienreise aussuchen darf und der ihr über die Kümmernisse dieses Sommers hinweghilft. Der erste Auftritt der neuen Band findet in der Scheune statt und alle kommen. Das Buch endet mit der Andeutung, dass sich die Verhärtungen und der Groll über dieses Schicksal legen und vielleicht alles gut werden wird. Vielleicht macht der Opa sogar wieder körperliche Fortschritte, wenn er sich nicht mehr selbst aufgibt. Ein Buch, das ganz vorzüglich die verschiedenen Gedanken der Betroffenen darlegt, ohne jemals sentimental zu wirken oder Kinder zu überfordern. Eine echte Lebenshilfe für alle mit so einem Schicksal konfrontierten Personen. Kindern, die das Lesepensum noch nicht schaffen, kann man das Buch vorlesen.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 RPTL, Rheinland-Pfalz

  in der AJuM Datenbank Ja
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