GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Nicholas, Sally
Titel Wie man unsterblich wird
Übersetzer / Originalsprache Kollmann, BirgittEnglisch
Illustrator Schelleis, Stefanie
ISBN 978-3-423-62455-8 Reihe Reihe Hanser, dtv
Verlag dtv, München, 2010
Seitenzahl 197 Preis 8,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Tagebuchroman
Zielgruppe 8-9
10-11
12-13
Inhaltsangabe Der elfjährige Sam hat Leukämie und hat bereits Krankenhausaufenthalte und Chemo hinter sich. Im Krankenhaus hat er Felix kennengelernt, mit dem er Privatunterricht hat und mit dem er über wichtige Fragen rund um Krankheit und Tod nachsinnt. Er schreibt darüber ein Buch, das ihm hilft, die Krankheit anzunehmen. Einige wichtige Wünsche hat er noch. Sie sind wie alle Ideen von Kindern etwas verrückt, aber er geht daran, sie alle auf seine Weise zu verwirklichen.
Beurteilungstext Ein Buch über unheilbare Krankheiten bei Kindern und über das Sterben. Sind da junge Leser nicht überfordert? Nicht, wenn die Fragen und die Antworten, die sich die Kinder geben auf diese Weise wie in dem Buch dargestellt sind. Felix, der Freund von Sam und ebenfalls sterbenskrank, hat verrückte Ideen. Immer hecken die beiden Jungen etwas aus, so wie gesunde Kinder eben auch und wie diese haben sie auch ihre Geheimnisse vor den Eltern. Ein Ausklammern des Themas Tod und Sterben wäre in dieser Situation, in der sich die beiden Kinder befinden, unreell. Natürlich stellen sich die beiden kranken Kinder existentielle Fragen. Und so mögen auch die Leser sich wie die Hauptpersonen Gedanken machen und über das Warum und das Wie. Gewiss werden sie auch über die Antworten der Großmutter nachdenken. Recht verschieden gehen die Familienmitglieder mit der Situation um. Vater, Mutter, Schwester, Großmutter, alle sind durch das Schicksal von Sam betroffen, aber jeder von ihnen reagiert auf seine Weise, wenn er mit Sam zusammen ist. Auch Sam selbst konstatiert es. Trotzdem ist das Buch nicht vordergründig traurig. Lebenswillen haben die beiden Buben, und es mangelt ihnen nicht an Einfällen, das Leben auszukosten. Geschrieben ist das so, als würde man den Kindern zuhören oder sie beobachten. Das Thema Tod wird nicht ausgeklammert. Sam hat selbst eine Liste zur letzten Seite seines Tagebuches angefertigt, in der die Eltern ankreuzen können, wie sein Tod war. Und das tun sie dann tatsächlich. Vorher erlebt Sam den Tod seines Freundes. Er weiß nun, der, der da im Bett liegt, sieht aus wie Felix, aber es ist nicht mehr der Mensch Felix. So traurig dieses Kapitel stimmt, der Tod ist in diesem Buch nichts Furchterregendes, mehr ein immer mehr müde Werden, ein Einschlafen. So hat das Buch für Kinder mit dem gleichen Schicksal etwas Tröstliches und mag helfen, mit der eigenen Situation oder mit der eines Freundes fertig zu werden.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 RPTL, Rheinland-Pfalz

  in der AJuM Datenbank Ja
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