GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor John, Kirsten
Titel Wer war Christoph Kolumbus
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Kirchlechner, Daniela
ISBN 978-3-941087-92-7 Reihe
Verlag Jacoby & Stuart, Berlin, 2010
Seitenzahl 102 Preis 11,50 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Biografie/Biografische Erzählung
Zielgruppe 10-11
12-13
Inhaltsangabe In großen Schritten wird das Leben des Kolumbus beschrieben: auktorial erzählte Abenteuerkapitel wechseln sich mit objektiven Berichten über die Jahre zwischen den Kapiteln ab. Bunte Bilder illustrieren des Text allerdings recht dürftig.
Beurteilungstext Kirsten John beschreibt sehr lebendig den Abenteurer und genialen Seemann Kolumbus. Ihr gelingt es dabei, die Veränderung der Persönlichkeit des Entdeckers besonders deutlich herauszuarbeiten. Zwischen den persönlichen Erzählkapiteln vermitteln die sachlichen Zwischentexte diese Veränderung von einem Abenteurer, der sein Leben lang um sein Ziel kämpfte, zu einem Despoten, der seine Augen vor der Realität verschloss, der sogar so weit ging, dass er sein eigentliches Ziel, das er unmittelbar vor Augen hatte, nicht mehr erkannte, weil er sich Jahre zuvor in eine andere Idee verrannte. Er sah nicht mehr, was für Verbrechen er beging, er sah nicht mehr, dass sein Ziel, endlose Goldquellen zu finden, nie erreicht werden würde. Er witterte nur noch Feinde (die er dadurch in zunehmendem Maße tatsächlich erzeugte), er fühlte sich verkannt und propagierte das so nachhaltig, dass er genau dies zu seinen Lebzeiten dann tatsächlich wurde.
Wie abhängig ein Mensch von seinen Herrschern letztlich war, wird durch die Erzählung drastisch dargestellt. Ebenso deutlich wird beschrieben, dass die Ureinwohner Amerikas von ihm anfangs noch als so etwas wie Menschen wahr genommen wurden, dieses Bild dann aber immer mehr überlagert wurde von dem des Besitzes. Seine Sklavenhändlermentalität muss sogar der Königin Isabella zu weit gegangen sein.

Die Illustrationen der Kirchlechner sind naiv und farbenprächtig aquarelliert, was manchmal für das Auge ein angenehmer Kontrast zum Lesetext ist, hier aber an seine Grenzen stößt. Das Bild der berühmten 3-Schiff-Flotte sieht aus, als hätten Wannseehobbysegler die falschen Segel gesetzt; mit einer Karavelle hat das nichts zu tun und das Bild der Santa Maria im Sturm lässt sie hoch auf einem Schaumkissen schweben. So geht das doch nicht. Das beste Bild ist dann auch die (extrem scharfe) Fotografie vom Grabmal des Kolumbus.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 cjh, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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