GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Maar, Paul
Titel Wendelin, der Weiße Storch
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Petrlik Huseinovic, Andrea
ISBN 978-3-939944-43-0 Reihe
Verlag Tulipan, Berlin, 2010
Seitenzahl 31 Preis 14,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 6-7
Inhaltsangabe Wendelins Heimat war Kroatien. Bis zum Einbruch des Krieges lebte er in einem kleinen Dorf, geliebt von den Menschen. Dann muss der Storch fliehen. Sein Weg führt über schreckliche Städte, das Meer, immer auf der Suche nach einem Platz, auf dem er sich niederlassen kann. Schließlich schließt er sich einem Storchenschwarm an. Dieser fliegt nach Cigoc, einem Storchendorf. Der Krieg ist vorbei.
Beurteilungstext Durch die wunderschönen, einfühlsamen Bilder der Verfasserin des Storchenbuches wird der Text, den Paul Maar nacherzählt hat, sehr gut erlebbar, obwohl es sich eigentlich um ein schwieriges Thema handelt. Erst die friedliche Umgebung des kleinen Dorfes mit der Schule, den kleinen Kindern, den vielen Sonnenblumen, alles in wohltuendem Gelb gehalten. Dann der Krieg. Schwarz ist die vorherrschende Farbe und der Storch fliegt, als müsse er die Augen vor all dem Elend, das er sieht, schließen. Dies ist nur vorsichtig im Text angedeutet. Weit muss der Storch fliegen, um dem Krieg zu entfliehen. In einer Großstadt sucht er Zuflucht und lässt sich auf einem Wolkenkratzer nieder. Aber die Flugzeuge, die auch in der Nacht ständig fliegen, lassen ihn kein Auge zutun. Das nächste Bild der Stadt mit den vielen Hochhäusern lässt Kinder viele Einzelheiten entdecken. Dem Storch aber gefällt es nicht. Er sehnt sich nach einem kleinen Dorf mit Feldern voller Sonnenblumen. Langsam werden die Farben wieder freundlicher. Aber Wendelin ist noch nicht am Ziel seiner Sehnsucht. Einen Leuchtturm hat er sich in Ermangelung eines anderen Kamins ausgesucht, aber da kann er auch nicht zur Ruhe kommen. Endlich findet er ein freundlich aussehendes Haus mit vielen Kindern, das ihn an seine alte Heimat erinnert. Es ist ein Internetcafé, das er sich traut, anzusehen. Die Kinder erfahren im Internet vom ersten europäischen Storchendorf in Kroatien das Cigoc heißt. Das kann Wendelin, der weiße Storch allerdings nicht verstehen. Er schließt sich einem Schwarm anderer Störche an und landet genau in diesem Dorf. Viele andere Störche wohnen hier. Wendelin ist glücklich. So weit die Geschichte von Wendelin, die man als Vorleser anhand der Bilder noch ausbauen kann. Nun schließt sich ein Sachtext über dieses Storchendorf an, ebenso wie gute Informationen zum Leben der Störche und was Störche auch für die Menschen bedeutet haben und bedeuten. Eine gelungene Mischung: Erst durch eine kindgemäße Geschichte die Empathie für dieses Tier wecken, danach Sachinformationen, für die Kinder, die jetzt leichter aufgeschlossen sind. Natürlich wird auch über das deutsche Storchendorf berichtet und die Stiftung EuroNatur erwähnt. Auf der letzten Seite findet sich ein für Kinder leicht verständlicher Text über die Verfasserin und Malerin dieses Storchenbuches.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 RPTL, Rheinland-Pfalz

  in der AJuM Datenbank Ja
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