GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Essig, Rolf-Bernhard
Titel Wann ist ein Held ein Held
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-446-23481-9 Reihe
Verlag Hanser, München, 2010
Seitenzahl 255 Preis 15,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Biografie/Biografische Erzählung
Zielgruppe 14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Wann immer Menschen besondere Taten vollbringen, ist das Wort Held schnell in aller Munde. Doch welche Eigenschaften und Charakteristika bestimmen einen Helden? Welche Kämpfe müssen sie bestehen um Helden zu sein? Rolf-Bernhard Essig hat sich mit diesem Thema intensiv beschäftigt und nennt viele Beispiele aus Politik, Geschichte und Sport.
Beurteilungstext Helden sind gefragt, zu jeder Zeit. Doch besonders in Zeiten, in denen es Menschen nicht so gut geht, sei es wegen Krieg, Armut, Ungerechtigkeit, Krankheit oder Orientierungslosigkeit, sind kämpferische Persönlichkeiten, die etwas bewegen, sehr gefragt. Doch was einen Helden/eine Heldin genau ausmacht, lässt sich nicht an bestimmten Dingen festmachen. Was wohl alle Helden auszeichnet, ist Gerechtigkeitsgefühl, Kampfeswille und eine große Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und für eine Sache einzustehen. So sieht es auch der Autor: Helden handeln. Im Gegensatz zu vielen Menschen, die zusehen, nur reden und letztendlich wegsehen und ignorieren.
Heldentum ist facettenreich, deshalb werden viele verschiedene Persönlichkeiten dargestellt. Einige in sehr ausführlichen Biografien, andere werden nur kurz erwähnt, bzw. am Ende des Buches aufgelistet. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt Essig nicht, und das ist gut so. Das Buch soll zum Nachdenken anregen, jeder Leser kann nach seinem Geschmack Namen streichen oder hinzufügen.
Die Auswahl der Personen ist gut getroffen. Es tauchen Namen auf, die jeder kennt (Gandhi, Mandela, Greenpeace), aber auch Namen, die leider kaum jemand je gehört hat (Georg Elser, Rosa Parks, Paul Rusesabagina). Die alltäglichen Helden, deren Namen niemand kennt, finden ebenfalls Erwähnung. Die biografischen Erzählungen sind kurzweilig und spannend geschrieben. Fesselnd, erschütternd und immer höchst informativ werden alle Facetten der Helden beleuchtet und hinterfragt, durchaus auch kritisch. Dabei bezieht der Autor nicht immer klar Stellung, sondern liefert nur Vorlagen. Der Leser soll sich seine Meinung selbst bilden können.
Das Buch liefert eine Fülle von Informationen und Gedanken, was für ältere Leser sicher sehr interessant ist, was Kinder im empfohlenen Lesealter von 12 Jahren aber leicht überfordern kann, obwohl der Autor sich um eine einfache Schreibweise und kindgerechte Erklärungen bemüht. Deshalb ist das Buch jungen Lesern ab 14 ans Herz zu legen, aber auch Erwachsene können durchaus noch etwas dazulernen.
Fazit: Die Titelfrage wird im Buch nicht direkt beantwortet, aber durch die vielen Denkanstöße wird sich jeder Leser nach der Lektüre die Frage selbst beantworten können. Zu dieser Wertevermittlung gibt es Hintergrundwissen und Spannung pur. Ein Lesegenuss mit Grübelfaktor, und das im besten Sinne!
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 PIGI, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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