GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Stolarz, Laurie Faria
Titel Tödliches Geheimnis
Übersetzer / Originalsprache Stier, KattrinAmerikanisch
Illustrator
ISBN 978-3-570-30668-0 Reihe
Verlag cbj, München, 2010
Seitenzahl 286 Preis 9,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Erzählung
Zielgruppe 14-15
12-13
Inhaltsangabe Camelia fühlt sich beobachtet, sie erhält Fotos und Geschenke, die sie ängstigen. Sie ist sicher, dass das alles nicht mit Ben zusammenhängt, dem Neuen in der Schule, von dem erzählt wird, er sei Schuld am Unfalltod seiner Freundin. Ein Thriller im Highschool-Milieu, den eine sonderbare Fähigkeit Bens dem Genre Metaphysical Fiction zuordnen.
Beurteilungstext Camelia und Kimmie sind Freundinnen. Kimmies Vater schaut ihrer Meinung nach zu sehr auf die langen Beine junger Frauen und Camelias Mutter beglückt die Familie mit seltsamen vegetarischen Mahlzeiten. Das wird toleriert, weil sie sich große Sorgen um ihre Schwester macht. Um die gibt es ein Geheimnis, das leider nicht aufgelöst wird. Weil Vater und Mutter durch den erneuten Selbstmordversuch der Schwester sehr mitgenommen sind, findet Camelia keine Gelegenheit, von ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu sprechen. Camelias Bericht im Rückblick setzt drei Monate vor dem Geschehen ein. Aus ihrer Sicht erlebt der Leser aber alles mit als geschähe es im Moment. Camelia lernt Ben kennen, als er sie vor einem heranrasenden Auto wegreißt. Danach legt er seine Hand auf ihren Bauch und drückt etwas fest zu. Camelia ist hin und weg von dem gutaussehenden Ben. Ben sucht ihre Nähe, will sie berühren aber auch nicht. Das ist irritierend und schließlich beichtet der Junge sein Geheimnis. Wenn er jemand berührt, kann er dessen Zukunft erkennen, oder auch seine Vergangenheit. Auf jeden Fall fühlt er Bedrohungen. Und, wenn er in so einem Hellsehstadium ist, packt er schon mal zu fest zu. Er hat gespürt, dass Camelia in Gefahr ist und will sie beschützen. Dass die Gefahr real ist, weiß der Leser im Gegensatz zu Camelias Freundin genau. Denn er liest auch die seltsamen Texteinschübe in anderer Schrift, die Zustandsberichte des Stalkers sind. Auf der fünften Seite zum ersten Mal. Ben wird gemobbt und verdächtigt. Camelia wird immer unsicherer. Als sie schließlich entführt wird, ist es Ben, der mit seinen übernatürlichen Kräften den Entführer entlarvt und sie rettet. Aber es gibt kein schnelles Happyend. Ben zieht sich zurück, will lieber noch einmal Privatunterricht nehmen und lernen, mit seinen Kräften sicherer umzugehen. Camelia steht allein da -aber Ben macht ihr Hoffnung.
Irgendwie altmodisch -der Ritter verzichtet großherzig auf seine Belohnung. Er will die momentane Schwäche der jungen Geliebten nicht ausnutzen. Und diese will tapfer warten. Bens Geheimnis bringt Spannung und führt auch zur Auflösung - aber ohne die geheimnisvolle Kraft wäre er auch ein netter Typ. Mir ist nicht so klar, welche Funktion so übersinnliche Kräfte in Erzählungen für Jugendliche haben sollen oder können. Die Geschichte ist auf jeden Fall sehr spannend und munter erzählt, aber mir ist nicht so ganz wohl dabei. Fantasy, Science Fiction - da ist immer klar, wie das Geschehen zu verstehen ist. Hier ist die Grenze kaum erkennbar, die überschritten wird.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 Pfn, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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