GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Oppel, Kenneth
Titel Sternenjäger
Übersetzer / Originalsprache Anrich, Gerold; Instinsky-Anrich, MartinaEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-407-81068-7 Reihe
Verlag Beltz, Weinheim, 2010
Seitenzahl 509 Preis 17,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Abenteuererzählung
Zielgruppe 14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Kanada zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Regierung plant die erste Reise ins All. Am Training für die Mannschaft der "Starclimber" nimmt auch der Luftschiffer Matt Cruse teil. Mit etwas Glück darf er an der ersten Mission teilnehmen und seine als Wissenschaftlerin engagierte Freundin Kate de Vries begleiten. Doch die erste Reise ins All verläuft ganz anders, als geplant. Nicht nur die Art der Reise überrascht die Besatzung sondern auch, was sie am Ziel erwartet.
Beurteilungstext Sternenjäger" ist Kenneth Oppels dritter Band um das Paar Matt Cruse und Kate de Vries. Bereits in den Bänden "Wolkenpanther" und "Wolkenpiraten" hat sich das Paar kennen und lieben gelernt und ganz nebenbei den Himmel zwischen Luftschiffen und Ornithoptern aufgemischt. Nun steht jedoch eine Reise weit darüber hinaus an.

Der Roman gliedert sich in zwei Grundthemen. Zunächst erzählt die erste Hälfte vom Auswahltraining für die ersten Weltraumreisenden, in dem sich Matt seinen Platz in der Mannschaft erarbeiten muss. Die zweite Hälfte des Romans beschreibt die phantastische Reise der "Starclimber" ins All und die abenteuerliche Heimkehr, die durch bizarre Lebewesen aus dem All fast zu scheitern droht. Abenteuer, Technik, Liebe, Historik und eine Prise Fantasy sorgen dabei dafür, dass eine breitere Leserschaft in ihren Erwartungen durchaus bestätigt wird.
"Sternenjäger" verläuft sich nicht in langatmigen Beschreibungen sondern besticht durch kurzweilige Erzählstränge, ohne oberflächlich zu bleiben. Entscheidend ist hierbei, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive des Hauptprotagonisten Matt geschrieben ist und der Leser somit unmittelbar an seinem Erleben teilnimmt. Man erlebt sein Paris, den Auftritt der Suffragetten in Nordamerika, das Abenteuer der ersten Weltraummission, seine Begeisterung für die angewandte Technik und intensiv das Gefühlschaos, dass die Liebe zu der frisch mit einem anderen verlobten Kate in ihm auslöst. Immer schwankend zwischen Ängsten und Abenteuerlust, Bindung und Selbständigkeitsdrang, Schwächen und Stärken werden die handelnden Personen nicht zu prototypischen Helden sondern bleiben immer nachvollziehbar menschlich.

Auch wenn es sich hier um den dritten Band einer Reihe handelt, lässt er sich als eigenständiges Werk ohne Vorkenntnis der anderen Bände lesen. Die Stellen, in denen auf Gegebenheiten aus den Vorgängerromanen Bezug genommen wird, sind so verfasst, dass der Zusammenhang verständlich und der Roman eine in sich geschlossene Erzählung bleibt. Lediglich die zeitliche Einordnung zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird dem Leser erst mit fortschreitender Erzählung deutlich.

Fazit: Sternenjäger besticht durch eine sehr gute Mischung aus wahrem, historischem Hintergrund mit einfallsreichen, phantastischen Elementen. Es bietet eine interessante alternative Entwicklung unserer eigenen Geschichte ohne zu sehr ins Fantasy-Genre auszubrechen. Sicherlich ein Roman, den man in Erwartung einer Fortsetzung auch ein zweites oder drittes Mal liest.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 SvGe, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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