GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Eichhoff, Kiwitt, Straub , Werthmann,
Titel So lese ich in der Grundschule - Einfache Strategien zum besseren Texverständnis
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Schmidt, Sandra; Schmidt, Vera
ISBN 978-3-411-73901-1 Reihe
Verlag Brockhaus - Meyer/Duden, Mannheim/ Leipzig, 2010
Seitenzahl 80 Preis 9,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hartpappe Gattung  Schülerhilfe
Zielgruppe 6-7
8-9
10-11
Inhaltsangabe Ziel des Buches ist die Steigerung der Lesekompetenz. Es vermittelt Strategien, die VOR, Während und Nach dem Lesen anzuwenden sind, und will damit die Lesetechnik und das Leseverständnis trainieren und verbessern. Eingeteilt ist das Buch in drei Schwierigkeitsstufen (Anfänger, Fortgeschrittene, Profis) und hat somit eine Progression. Geübt wird mit verschiedenen Textsorten. Außerdem gibt es jeweils drei Wimmelbilder mit Lese- und Suchaufgaben.
Beurteilungstext Laut PISA und IGLU ist die Lesekompetenz deutscher Schüler durchaus verbesserungswürdig. Der vorliegende Lesetrainer für Grundschüler soll dabei helfen. Vorraussetzung ist allerdings eine grundlegende Lesefähigkeit der Kinder. Dabei ist nicht ganz klar, ob das Buch als Selbstlernprogramm konzipiert ist oder ob ein Erwachsener mit dem Kind üben soll.
Es gibt drei Strategietypen: VOR, WÄHREND und NACH dem Lesen.
VOR dem Lesen stehen Überlegungn zur Textsorte, zum Textinhalt, zum Vorwissen und zum eigenen Leseverhalten.
WÄHREND des Lesens geht es um die Technik des eigenen Lesens (Pausen, Aufmerksamkeit) und um Übungen zur Texterschließung.
NACH dem Lesen wird das Textverständnis überprüft. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Zusammenfassung des Gelesenen und auf der eigenen Bewertung. Beides soll meistens in schriftlicher Form erfolgen. Das bedeutet, dass es in diesem Übungsbuch nicht nur um Lesetechniken geht, sondern auch um schriftlichen Ausdruck, was aus dem Titel jedoch nicht ersichtlich ist.
Eine ausführliche und kindgerechte Präsentation dieser drei Strategien findet sich gleich auf den ersten Seiten, ebenfalls eine Art Wegweiser, um sich im Buch zurechtzufinden. Geübt wird an unterschiedlichen Textsorten, gemäß der jeweiligen Adressatengruppe. Für Anfänger also kleine Gedichte, die Beschreibung kleiner Experimente, eine kurze Zeitungsnotiz. Die meisten Aufgaben sind einigermaßen einfach. Allerdings gibt es einige, die doch ziemlich anspruchsvoll sind für diese Stufe: Das Markieren von Stichworten oder die Erstellung eines kleinen Steckbriefs. Außerdem sollen unbekannte Wörter in einem Wörterbuch nachgeschlagen oder ein sogenannter Experte befragt werden. Ein Vorschlag, der mit Sicherheit auf Schwierigkeiten stoßen dürfte. Man kann nicht davon ausgehen, dass es in jedem Haushalt ein diesbezügliches Wörterbuch gibt oder einen kundigen Experten.
Die Texte für Fortgeschrittene und Profis sind entsprechend schwieriger und länger. Erzählende Texte wechseln sich mit authentischen Sachtexten und Zeitungsartikeln ab. Die Techniken zur Texterschließung decken das übliche Spektrum auf diesem Gebiet ab: W-Fragen, Einteilung in Sinnabschnitte, Markieren von Schlüsselwörtern und Multiple-Choice-Aufgaben. Dabei fragt man sich bisweilen, ob manches nicht das Grundschulprogramm übersteigt. Das gilt besonders für die schriftliche Zusammenfassung längerer Texte mit historischem oder naturwissenschaftlichem Inhalt. Dagegen sind die Aufgaben mit den Wimmelbildern vermutlich die reine Erholung.
Zum Glück gibt es einen sehr ausführlichen Lösungsschlüssel und ein Glossar für die Fachbegriffe im Anhang.
Als Selbstlernprogramm ist dieser Lesetrainer vermutlich nur teilweise geeignet. Lesepaten, Lesementoren könnte er eine zusätzliche Hilfe sein. Vielleicht sind einige Texte und Übungen auch als Zusatzmaterial für den Unterricht einsetzbar. Man fragt sich jedoch, ob der fortgeschrittene Leser oder gar der Leseprofi diese Art Lesetrainer überhaupt noch benötigt.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 bifi, Bayern

  in der AJuM Datenbank Ja
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