GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Whitcomb, Laura
Titel Silberlicht
Übersetzer / Originalsprache Thiele, SabineAmerikanisch
Illustrator
ISBN 978-3-426-28328-8 Reihe
Verlag Droemer Knaur, München, 2010
Seitenzahl 311 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Fantastische Erzählung
Zielgruppe
Inhaltsangabe Eine einfache Liebesgeschichte: Die junge Frau ist schön, der junge Mann nicht ganz so schön aber lebenserfahren und klug, er verliebt sich in sie, sie sich in ihn. Selbstverständlich ist die Beziehung zwischen den beiden unerwünscht bzw. verboten. Also alles, was wir schon - mindestens als Erwachsene - bis zum Überdruss kennen. Ein überflüssiges Buch, wäre da nicht die Erzählperspektive, die den Klischees der Geschichte eine befremdliche bis schauerliche Färbung gibt.
Beurteilungstext Die Ich-Erzählerin ist eine Tote, ihr Liebhaber und Freund ebenfalls ein Toter. Können Tote schreiben, wem, wie, oder warum eigentlich? Die Geschichte entzieht sich derartigen Fragen, indem sie die Leser sofort in den Bann einer spannenden Handlung zieht, die zwar nichts erklärt, aber den Anschein erweckt, als könnten detaillierte Beschreibungen bis in kleinste Einzelheiten den Lesern die angerissene Thematik verständlicher machen.

Und das liest sich so: Helen, eine junge Frau, die mit Ende 20 vor über hundert Jahren starb, "geistert" als für Menschen nicht sichtbares Wesen durch die Welt, da sie nicht in den Himmel aufsteigen kann. Wir erfahren bruchstückhafte Erinnerungen an ihr Leben und Sterben. Ihr grausamer Tod ist ihre Hölle, der sie immer wieder zu entrinnen versucht, indem sie sich auf der Erde an einer Art Bezugsperson, dem so genannten "Bewahrer, festhält. Helen begleitet ihre "Bewahrer" häufig bis zu deren Tod, kann auf deren Leben einen gewissen Einfluss nehmen und entwickelt sogar Zuneigung und Eifersucht. Sichtbar wird sie völlig unerwartet für einen siebzehnjährigen Jungen, dem sie in einem Klassenzimmer einer Highschool begegnet.
Auch der junge Mann ist ein Toter. Den Körper dieses jungen Mannes, den er sozusagen bewohnt, hat der tote James sich erst vor kurzer Zeit gesucht. Um ihre Liebe erfüllen zu können, sucht sich Helen ebenfalls einen Körper, den sie bewohnen kann, und findet den einer fünfzehnjährigen Highschool Schülerin. Für die Liebenden bedeutet das, dass sie sich in ein ihnen fremdes Leben einfügen müssen, was sich als zunehmend schwierig herausstellt.

Wie die beiden "Toten" ihr "Leben" meistern, ist spannend erzählt, auch wenn sehr detaillierte Schilderungen gelegentlich Langeweile erzeugen können. Welchen Sinn oder Unsinn eine solche Geschichte haben könnte, lässt sich aus dem letztlich an der Oberfläche bleibenden Gang der Handlung nicht erkennen.

Unklar bleibt überdies, für welche Altersgruppe das Buch gedacht ist. Für Erwachsene zu nebulös und banal, für Jugendliche - respektive junge Mädchen - zu schauerlich. Wer seine Zeit gerne mit Lesen verbringt, findet auf dem Markt sicher Bücher, die genauso fesselnd und interessant geschrieben sind, aber anders als "Silberlicht" nicht gänzlich ohne eigene Botschaft auskommen müssen.
Bewertung

 

Rezensent

 HSu, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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