GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Grimm, Brüder
Titel Schneewittchen
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Greban, Quentin
ISBN 978-3-314-01705-6 Reihe
Verlag Nord-Süd, Gossau, 2009
Seitenzahl 32 Preis 12,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Klassenlesestoff
Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 6-7
8-9
4-5
Inhaltsangabe Schneewittchen - dieses Märchen kennt wohl jeder! Aber ist es schon ein alter Hut? Wohl kaum, denn es lässt schier endlos Raum für die persönlichen Fantasien der Menschen. Den unzähligen Ausgaben, die den grimmschen Märchenstoff verarbeiten, fügt Quentin Greban eine weitere hinzu. Und nicht umsonst, wie man bei der Lektüre schnell erkennt.
Beurteilungstext Es gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Märchen der Brüder Grimm, das Schneewittchen. Anrührend greift die Geschichte Ängste auf, die tief in den Seelen der Kinder verankert sind, und hoffnungsvoll steuert es nach all der Dramatik ihrem guten Ende entgegen.
Nun legt der Nordsüd-Verlag eine neue Ausgabe dieses alten Stoffs vor, mit Bildern von Quentin Greban. Muss das sein? Bringt sie etwas Neues ein?
Ja, es muss sein! Denn Grebans Bilder unterscheiden sich von landläufigen Darstellungen des Märchenstoffs. Ihnen fehlt jede Naivität in der Darstellung, jede distanzierte Kunstweltatmosphäre, die das Treiben der vorwiegend kleinen und kindlichen Protagonisten zu einem putzigen Treiben schrumpfen lässt. Auf der anderen Seite stellt Greban in seinen Bildern aber durchaus auch den vordergründig erzählten Stoff des Märchens dar, ohne die Ergänzungen, Verfremdungen und Interpretationen, die man aus anderen Adaptionen kennt. Grebans Version des Märchens lebt von großflächigen Aquarellen, die dem Stoff etwas Lebendiges geben. Dem abstrakten Stil und der Flächigkeit der Sprache stehen sehr eindrückliche Darstellungen prägnanter Handlungsmomente gegenüber, die ihre Spannung gerade daraus ziehen, dass sie eben nicht abstrakt und stereotyp wirken. Es sind gefrorene Bewegungen, die dynamisch wirken. Zudem polarisieren sie, indem sie den bühnenartigen Charakter vieler Märchendarstellungen vermeiden und auf bestimmt Blickpunkte hin verengen. So gelingt es Greban, das Wesentliche in den Bildern herausarbeiten und die bekannte Geschichte eindrücklich zu pointieren.
Das Buch wird so zum ganz neuen Erlebnis des alten Stoffs. Anrührend und heiter, ernsthaft und schön. Und damit eben doch wieder ein klassisches Märchen.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 mr, Sachsen-Anhalt

  in der AJuM Datenbank Ja
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