GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Bloom, Luca
Titel Schlachtfeld
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-8000-5543-2 Reihe
Verlag Ueberreuter, Wien, 2010
Seitenzahl 123 Preis 9,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 14-15
Inhaltsangabe Johannes geht auf ein Gymnasium, wie es viele gibt. Er beobachtet sich und seine schulische Umwelt ziemlich genau. Etwas ist anders: In seiner Klasse herrscht ein Kleinkrieg zwischen Herrn Zinn, einem frustrierten Lehrer, und dem Schüler Mick, dem heimlichen Herrscher der Schule. Demütigungen und Provokationen sind alltäglich geworden, der Hass wächst. Bald kommt es zur Eskalation. Auch Johannes wird gegen seinen Willen hineingezogen. Mick rüstet sich zum vernichtenden Schlag.
Beurteilungstext Dieser Roman erzählt aus der Ich-Perspektive eine Geschichte, wie man sie höchstens aus den Dokuberichten des Fernsehens kennt und immer wieder für übertrieben hält. Gibt es so etwas wirklich, können Hass und Gewalt tatsächlich so um sich greifen, auch in der scheinbar behüteten Umgebung eines Gymnasiums? Als erwachsener Leser traut man seinen Augen nicht, reicht die Vorstellungskraft kaum aus, wenn man diese packende und zugleich erschütternde Erzählung liest. Wenn Schule so aussieht, dann möchte man seine Kinder möglichst davor schützen. Andererseits muss man sie auch stärken, damit es erst gar nicht so weit kommt. Der Protagonist Johannes erzählt aus der Sicht eines Beobachters, der sich aus Angst jedoch nicht traut, Position zu beziehen, als es darauf ankommt. Hier muss man ansetzen und Jugendliche ermuntern, hinzuschauen und Partei zu ergreifen anstatt wegzugucken und Mitläufer zu sein. Sicherlich eine Herausforderung an alle Erwachsenen und Pädagogen, die mit dieser Altersgruppe zu tun haben. Auch wenn der Autor in seinem Nachwort darauf hinweist, dass sämtliche Personen und die Handlung frei erfunden sind; ein Beigeschmack von Realität bleibt. Deshalb ist dieser Jugendroman auch als Klassenlektüre gut einsetzbar. Man muss die Diskussion über solche Vorkommnisse angesichts der Tatsache, dass Amokläufe, Gewalttaten und Grausamkeiten immer mehr zunehmen, am Laufen halten und immer wieder neu anregen. Nur so kann unsere Gesellschaft auf Einsicht und Veränderung hoffen!
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 CHMA, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund