GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Binx / Kömmerling, Thomas / Anja
Titel Scheiß Liebe
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-522-20063-9 Reihe
Verlag Thienemann, Stuttgart, 2009
Seitenzahl 287 Preis 13,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Softcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 12-13
14-15
Inhaltsangabe Lene lebt mit ihren Eltern, ihrer Schwester Rose und ihrer Vertrauten – einem Schwein, welches ihr überall hin folgt – in einer kleinen Stadt. Eigentlich sind alle zufrieden, doch dann findet Lene heraus, dass ihr Vater eine Affäre hat. Die Eltern trennen sich und alle müssen mit der neuen Situation klarkommen. Lene versucht, mit allen erdenklichen Tricks die Eltern wieder zusammenzubringen. Rose dagegen wendet sich Dante zu, einem Jungen, der immer wieder in Schwierigkeiten gerät.
Beurteilungstext Die Familie von Lene lebt zusammen auf dem Gelände einer alten Tankstelle. Ihre Mutter zieht sich zu ihrem Hobby, dem kreativen Arbeiten mit Stoff, und ihrer zweiten Leidenschaft, dem Sortieren, Waschen und Pflegen der Wäsche, zurück. Der Vater ist sehr mit seiner Arbeit beschäftigt, abends ist er für das Kochen zuständig, denn pünktlich um 19 Uhr trifft sich die Familie zum Essen. Ab und zu reinigt er zusammen mit Lene seine Uhrensammlung, aber sonst beteiligt er sich wenig am Familienleben. Lenes besitzt ein Schwein, das ihre große Schwester Rose vom Metzger gerettet hat, welches ihr überall hin folgt und dem sie all ihre Gedanken anvertraut. Rose hat eine Clique, sie treffen sich regelmäßig, auch Lene ist häufig mit dabei, obwohl sie ein paar Jahre jünger ist.
Doch Lenes Familie ist dabei, auseinanderzubrechen, denn sie findet heraus, dass ihr Vater eine Affäre hat. Die Eltern trennen sich, der Vater zieht zu seiner Geliebten, und Lene und ihre große Schwester müssen mit der neuen Situation klarkommen. Während Lene immer noch daran glaubt, dass die Eltern wieder zusammenkommen, und versucht, durch kleine „Hilfestellungen“ dies in die Tat umzusetzen, verliebt sich Rose in den düsteren, mysteriösen Dante und zieht sich von ihrer Familie zurück. Doch Dante ist im Dorf bekannt. Er gerät immer wieder in Schwierigkeiten und scheint zu keiner Bindung fähig zu sein. Doch Rose bleibt hartnäckig und fast scheint es, dass er sich ihr öffnen kann.
Das Buch ist aus der Sicht der Ich-Erzählerin Lene geschrieben. Dadurch wirkt die Protagonistin sehr lebendig und der Leser kann sich gut in sie hineinversetzen.
Lene tauscht sich auch rege mit ihrer Schwester aus, sodass auch hier ein gewisses Verständnis für die Reaktionen ermöglicht wird. Jede der dargestellten Personen und deren Hintergrund wirken sehr authentisch, das Umfeld ist glaubwürdig ausgebaut. Die Autoren treffen die Sprache der jugendlichen Zielgruppe, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Das Buch ist spannend zu lesen, besonders da die Autoren am Anfang und am Ende aus der heutigen Zeit berichten, Lene also zurück in die Vergangenheit blicken lassen und so dem Leser suggerieren, dass in der Zeit, als Lene dreizehn Jahre alt war, etwas geschehen sein muss. Das Buch steuert mit jeder Seite mehr auf das Unglück zu. Obwohl das Auseinanderbrechen einer Familie ein ernstes Thema ist, entsteht beim Lesen kein trister Eindruck. Das Buch ist gutes Lesefutter für Mädchen ab 13 Jahren, mehr aber auch nicht.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 BW-UKL, Baden-Württemberg

  in der AJuM Datenbank Ja
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