GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Rai, Edgar
Titel Salto Rückwärts
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-423-78240-1 Reihe
Verlag dtv, München, 2009
Seitenzahl 238 Preis 6,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 12-13
14-15
Inhaltsangabe Frieda, gerade 14 geworden, will ihren Vater suchen. Sie hat seinen vermeintlichen Namen und glaubt ihn in Berlin zu finden. So macht sie sich auf den Weg von München nach Berlin. Heimlich, denn ihre Mutter ist beruflich in Paris, und ihrer Tante flunkert sie was vor. Erst in wird ihr allmählich ihre spontane Unternehmung mit den Konsequenzen klar, aber ein Zurück gibt es nicht für sie.
Beurteilungstext Ein spannender, aufregender Mädchenroman. Frieda steht kurz vor ihrem 14. Geburtstag. Sie lebt mit ihr Mutter und einem Kater in München, ihren Vater kennt sie nicht. Ihre Mutter auch nicht weiter, denn Frieda ist aus einem One-Night-Stand entstanden. Die Jugendliche sehnt sich danach ihren Vater kennenzulernen. So nutzt sie die Gelegenheit, dass sie an ihrem Geburtstag alleine ist. Sie will es so, zum Teil auch Trotz, weil ihre Mutter wiederholt auf einer Show in Paris sein muss (sie hat ein Modelabel). Sie setzt ihren Willen durch in München alleine zu bleiben, ihre Freundinnen sind dummerweise, weil Sommerferien, auch nicht da.
Kurzerhand, die Langeweile wirkt auch dazu, packt sie eine Tasche mit ein paar Klamotten, das Bargeld, das ihre Mutter ihr überlassen hat, und kauft ein Bahnticket nach Berlin. Dort kommt sie frühmorgens an, sucht die Adressen von C.Simon aus dem Telefonbuch, und begibt sich auf die Suche. Ziemlich naiv, wie ihr zwischendurch auch durch den Kopf schießt, aber sie will ihr Ziel weiterverfolgen. So klappert sie mehrere Adressen ab. Es ist heiß, sie hat bereits Blasen an den Füssen von den neuen Sneakers, ist hungrig, völlig übermüdet. Sie findet einen kinderlosen unangenehmen Mann vor, einen arroganten widerwärtigen Lustmolch von Professor, eine genervte junge Frau mit schreiendem Baby auf dem Arm, einen 19jährigen ausgeflippten Autoschrauber. Die Liste geht weiter. Frieda ist enttäuscht, zwischendurch mutlos, wahnsinnig hungrig. So kauert sie vor der Tür eines weiteren C. oder K. Simon, weint, als sie von einer jungen Frau angesprochen wird. Diese ist schwarz gekleidet, hat grüne Haare und wohnt in dieser Wohnung. Nach einigen Wortwechseln lässt sie Frieda in die Wohnung, ein kurzes Gespräch entwickelt sich. Frieda isst mehrere Nutellabrote, trinkt etliche Gläser Wasser, aber sagt nichts über ihre tatsächliche Unternehmung. Schließlich muss sie die Wohnung verlassen und übernachtet auf einer Parkbank.
Nelly, die junge Frau mit den grünen Haaren, findet sie dort am nächsten Morgen, nimmt sie mit zum Café ihres Vaters. Sie erzählt ihre Geschichte kurz, die beiden frühstücken zusammen in dem netten alternativen Café, und Frieda wird eingeladen mit zum See zu kommen. Jonas, ein Freund von Nelly, beschert ihr butterweiche Knie.
So spinnt sich die Geschichte fort: Frieda verliebt sich in Jonas. Nach einigen Irrungen und Wirrungen gibt es ein happy End: Der supernette Vater von Nelly stellt sich als Vater von Frieda heraus. Das ist eine Überraschung! So hat Frieda nicht nur ihren Vater gefunden, sondern auch eine Halbschwester und ihren Freund. Wenn das mal nichts ist!
Inzwischen wurde natürlich Friedas Mutter informiert, die schon wieder in München ist und ihre Tochter vermisst.

Ein Roman mit Leichtigkeit, Spannung, in einer lockeren Sprache, so genau das Richtige für jugendliche Mädchen. Der Autor findet den richtigen Ton. Es gelingt ihm eine Spannung aufzubauen bis zum Schluss. Natürlich muss eine Liebelei darin vorkommen, das Happy End bahnt sich am Ende an.
Luftig, leicht, locker kommt dieser Roman daher, mit Wünschen und Ängsten einer Jugendlichen gespickt. Die Aktion ist nicht zur Nachahmung empfohlen, die Lektüre aber sehr wohl.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 Ter, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund