GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Hijuelos, Oscar
Titel Runaway
Übersetzer / Originalsprache Ohnemus, GünterAmerikanisch
Illustrator
ISBN 978-3-596-85382-3 Reihe Die Bücher mit dem blauen Band
Verlag Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2010
Seitenzahl 350 Preis 19,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 12-13
14-15
16-17
Inhaltsangabe Rico wächst in New York auf, seine Eltern sind Exil-Kubaner. Doch in seiner Ghetto-High-School wird er von den Latinos nicht anerkannt, weil er eine zu helle Haut hat und blond ist, sein Urgroßvater war Ire, und von den Schwarzen wird er verprügelt, weil sie ihn für einen Weißen halten. Um dem ganzen Ärger aus dem Weg zu gehen, lässt er sich immer seltener in der Schule blicken. Als seine Eltern ihn deswegen auf eine Militärakademie schicken wollen, haut er ab.
Beurteilungstext Die Geschichte spielt in den späten 60iger Jahren, als es in New York zur Freude der Kinder noch offene Hydranten gab und lange Haare gerade in Mode kamen.
Durch das gesamte Buch zieht sich als roter Faden die Suche nach der eigenen Identität. Obwohl Rico seine Eltern sehr liebt, fühlt er sich von seiner Mutter drangsaliert, weil sie ihn überbehütet und mit Nachdruck für sein adrettes Aussehen sorgt und er verzweifelt an den Auswirkungen der Alkoholsucht seines unglücklichen Vaters. Er spielt gern auf seiner Gitarre, Lesen und Lernen machen ihm Spaß. Rico ist ein guter Schüler, aber er schwänzt aufgrund der täglichen Gewaltbedrohung immer häufiger den Unterricht. Nicht nur Rico verzweifelt an den Konflikten. Sein Freund Jimmy ist der Gewalt und Ausbeutung seines Vaters ausgesetzt, seine Träume rücken in immer weitere Ferne und er flüchtet sich schließlich in die Heroinsucht. Rico sieht in der Flucht den einzigen Weg zu beider Rettung. Per Autostopp wollen sie in den Mittleren Westen, nach Wisconsin, wo anscheinend die Welt noch in Ordnung ist. Über ein Jahr begleitet das Buch dann das Leben von Rico und Jimmy dort und beschreibt die allmählichen Veränderungen ihrer Sichten auf ihre Zukunft und deutet zuversichtliche Perspektiven an.
Ein spannender Abenteuerroman ist dieses Buch nicht, eher eine ausführliche Beschreibung der Lebensumstände, Gedanken und Empfindungen der Romanfiguren aus Ricos Sicht. Die Erzählung gibt ebenfalls einen guten Einblick in die amerikanische Lebensweise auf dem Land, die sich so sehr von der der Großstadt unterscheidet. Der Schreibstil schöpft aus dem großen Vorrat des amerikanischen Slangs. Selbst in der deutschen Übersetzung ist das noch deutlich zu spüren und wirkt manchmal ein bisschen gewöhnungsbedürftig.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 scho, Bremen

  in der AJuM Datenbank Ja
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