GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor HIJUELOS, OSCAR
Titel RUNAWAY
Übersetzer / Originalsprache Ohnemus, GünterAmerikanisch
Illustrator
ISBN 978-3-596-85382-3 Reihe Die Bücher mit dem blauen Band
Verlag Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2010
Seitenzahl 360 Preis 19,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Rico (16) verlässt New York, um für ein Jahr auf einer Farm in Wisconsin zu leben
Beurteilungstext Der 16-jährige Rico lebt in New York und hat ein schweres Schicksal: Obwohl seine Eltern beide aus Kuba stammen und dunkelhäutig sind, hat er blonde Haare und eine helle Haut. Somit fühlt er sich nirgendwo zugehörig und gerät häufig in Prügeleien von Schwarzen. Auch die Latinos erkennen einen Weißen nicht an. In der Schule wird er gemobbt und schwänzt immer häufiger den Unterricht. Mit seinen Eltern verkracht er sich und läuft schließlich mit seinem Freund Jimmy weg. Zusammen trampen sie nach Wisconsin, wo ihr Kumpel Gilberto nach einem Lottogewinn eine Farm gekauft hat. Dort wohnen sie in einer Wohngemeinschaft. Rico jobbt nachts an einer Tankstelle und verliebt sich in Sheri, ein Mädchen aus dem Nachbarort. Auch wenn er sich auf der Farm wie im Paradies fühlt, da ihn dort niemand ärgert und er sehr glücklich mit Sheri ist, leidet er doch insgeheim am Heimweh nach New York und nach seinen Eltern. Der Roman endet mit Ricos Abschied von der Farm nach einem Jahr, weil er für sich beschlossen hat, nach New York zurück zu kehren.
Obwohl die Geschichte Ende der 60er Jahre spielt, lässt sie sich problemlos in die Gegenwart übertragen, da das Rassenproblem in den USA trotz farbigem Präsidenten sicherlich noch nicht gelöst ist. Das Buch berührt einen auf eine ganz subtile Art. Man kann sich der Stimmung des Buchs nicht entziehen. Ricos Versuch, seinem Leiden zu entfliehen, gelingt nicht richtig, da seine Sehnsucht nach seiner Familie zu groß ist. Acuh wenn ihm die Einsamkeit von Wisconsin gefällt, so vermisst er doch auch das brutale Großstadtleben. Ein Jahr erlebt man ihn auf der Farm und stellt fest, dass Rico ein normaler sympathischer Junge ist, der mit 16 die üblichen Pubertätsprobleme hat. Das Buch besticht weniger durch action als durch seine Erzählweise, die einen in seinen Bann zieht.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 REI, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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