GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Löbner, Ruth
Titel Papa, Jonas und der Tausch-Sonntag
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Büchner, Sabine
ISBN 978-3-939944-41-6 Reihe
Verlag Tulipan, Berlin, 2010
Seitenzahl 64 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 8-9
10-11
Inhaltsangabe Jonas verbringt das Wochenende bei seinem Vater, dem ständig irgendwelche Missgeschicke passieren, Anlass für Jonas´ Vorschlag, die Rollen zu tauschen - für einen Tag. Am Abend beim Vorlesen bietet es sich an, die Rollen zurückzutauschen, weil Jonas´Lesefähigkeit noch ausbaufähig ist.
Beurteilungstext Jonas wacht auf und wundert sich im ersten Moment über den Geruch von Kaffee statt Tee, Rennwagen auf den Gardinen, hellblaue statt weiße Wände, bis er realisiert, dass es Sonntag sein muss und er bei seinem Vater ist. Ruth Löbner gelingt es, in dieser Erzählung für Leser ab 7 Jahren sehr einfühlsam die Situation zu schildern, wie Jonas das Wochenende bei seinem Papa erlebt, der von einem Missgeschick zum nächsten stolpert, was wohl auch zur Trennung der Eltern führte. Jonas ist ein netter Sohn; er schimpft nicht, als Papa seinen Lieblingsbecher fallen lässt oder wenn der Toast anbrennt. Der arme “Katastrophenpapa” hat es schon schwer genug - da passt der Rollentausch hervorragend. Jonas macht Frühstück, lässt die verschimmelte Salami unauffällig im Mülleimer verschwinden, wie Ruth Löbner es überhaupt sehr gut versteht, in den kleinen Begebenheiten den Respekt der Menschen voreinander wiederzugeben. Als Jonas und Papa im Park vor dem Eiswagen anstehen und ausgerechnet hier Jonas Mutter knutschend mit einem fremden Mann erleben, ist es gut, dass der Papa als Jonas weiß, wie man sich in dieser Situation verhalten kann. Für den Jungen ist der Vater in diesem Moment eine Hilfe, wieder hervorragend in die Geschichte eingebunden. Liebenswerte Personen, lustige Alltagssituationen, Pech über Pech aber heiter genommen bleibt die Beständigkeit der guten Beziehung zwischen Kind und Eltern trotz Trennung erhalten.
Die farbigen Illustrationen von Sabine Büchner beleben die Geschichte auf besondere Art. Die Personen wirken trotz geringfügiger Übertreibung ins Komische herrlich lebensecht: zerknirscht, vergnügt, liebevoll, pfiffig und immer mit besonderem Charme.
Dieses Buch ist wieder ein besonderes Kleinod aus dem Tulipan Verlag, das gerade Scheidungskindern bei ihren Gefühlen helfen kann, aber auch für alle anderen einfach ein Lese-Vergnügen darstellt. Ohne Moral mit Liebe, Verständnis und Heiterkeit wirkt diese Erzählung als Vorbildfunktion über den sensiblen Umgang der Menschen miteinander.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Schr, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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