GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Kästner, Erich
Titel Pünktchen und Anton Ein Comic
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Kreitz, Isabel
ISBN 978-3-7915-1160-3 Reihe
Verlag Dressler, Hamburg, 2009
Seitenzahl 100 Preis 16,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Comic
Zielgruppe 8-9
12-13
Inhaltsangabe Die Kästner-Geschichte ist bekannt. Der Comic folgt ihr fast Wort genau, die Sprechblasen-Dialoge sind dem Kästner-Text original ennommen. Die Zeichnungen orientieren sich grob an Walter Triers Vorbildern, erzählen aber sehr viel detaillierter und weisen dennoch die Leichtigkeit des Originalkünstlers auf.
Beurteilungstext So ganz weiß ich nicht, warum dieser Comic gemacht wurde, außer dass es Isabel Kreitz einfach Spaß gemacht haben muss, die ganze Geschichte noch einmal zu erzählen. Vergleicht man die Titelbilder, so hat man auch schon in der Hand, was den Unterschied eigentlich ausmacht: Triers Titel vergisst man nicht: eine geniale Diagonale trennt das fast quadratische Bild in zwei etwas ungleich große Hälften. In der kleineren drängen sich sechs Automobile (wie man damals sagte), eine Straßenbahn voller Menschen, ein Radfahrer und ein Lastenmotorrad - der Moloch Großstadt. Und in der größeren Hälfte spazieren Pünktchen und Anton Hand in Hand, weit und gut gelaunt ausschreitend aber alleine durch die einfarbig sattgelbe Fläche des Bürgersteigs, nur gefolgt von Piefke, Pünktchens Hund. Das Buch handelt also, zeigt Trier, ganz von den Dreien, wenig von der Stadt, also geht es um die Menschen.
Kreitz´Aussage ist die Gleiche, nur der Akzent liegt anders. Das Titelbild ist in gleich große Häften geteilt, immer noch diagonal, der Fußweg ist ganz blassgelb geworden. Der Straßenverkehr beschränkt sich auf zwei Autos und ein Motorrad, zudem wird ein Großteil dieser Bildhäfte von einem Titelkasten überdeckt (der bei Trier oberhalb des Bildes liegt). Pünktchen und Anton lachen sich kaputt, Piefke schaut zu, aber alle drei sind doppelt so groß gezeichnet. Sie stehen also im Zentrum, die Umgebung wird reiner Hintergrund. Das Lachen der beiden bietet an: dies ist ein Buch zum Kaputtlachen.
Und das ist es nicht. Kästner ist humorvoll, zum Schmunzeln, aber nicht zum Kaputtlachen. Dazu sind seine Geschichten zu moralisch, wenn auch Augen zwinkernd.
Liest man heute die Geschichte selbst, ist sie immer noch so amüsant wie leicht zu lesen wie zu Kästners Zeiten. Und was heute befremdet (die Geschichten der Eltern) hat auch damals befremdet - sie interessiert Kinder aber auch nur am Rande. Die sind mehr am Geschehen um die Kinder interessiert und da ist der Krimi wichtig und der Hund Piefke. Das funktioniert auch bei Kreitz ganz gut.
Also bleibt für mich übrig: Kinder, lest den Kästner im Original. Und dann kann auch die Kreitz-Fassung weder schaden noch den Spaß daran verderben.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 cjh, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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