GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Dahl, Roald
Titel Ottos Geheimnis
Übersetzer / Originalsprache Gräfin Schönfeldt, SybilEnglisch
Illustrator Blake, Quentin
ISBN 978-3-499-21173-7 Reihe
Verlag Rowohlt, Reinbek, 2010
Seitenzahl 74 Preis 5,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Erzählung
Zielgruppe 6-7
12-13
Inhaltsangabe Der pensionierte Herr Hüpfenstich hat einen zauberhaften Garten auf seinem Balkon - und ist heimlich in Frau Silber verliebt, die unter ihm wohnt. Aber schüchtern, wie er ist, bleibt es bei gelegentlichen Begrüßungen. Denn Frau Silbers liebevolle Zuwendung gehört ausschließlich ihrer Schildkröte Otto. Dass Otto nicht wächst, bereitet ihr Kummer, und innovativ verfällt Herr Hüpfenstich auf eine List, ihr einen wachsenden Otto vorzugaukeln. Als Belohnung gewinnt er Frau Silbers Herz.
Beurteilungstext Roald Dahl und sein Illustrator Quentin Blake - immer wieder ein Dreamteam. Roald Dahl beschreibt hier eine gewagte Angelaktion von Balkon zu Balkon: Schildkröte Otto wird in luftiger Höhe gegen neue Schildkröten ausgetauscht, eine immer ein bisschen größer als die andere. 140 Schildkröten krabbeln bei ihm rum, um jeweils einen dickeren "Otto" abzusenken! Frau Silber ist entzückt, und der Leser lächelt. Kinder, die dieses Buch lesen oder vorgelesen bekommen, finden sich als handelnde Figuren nicht wieder. Stört das? Sicher nicht. Zwar kann diese Geschichte nicht ein Klassiker sein wie Sophichen und der Riese, die Charlie-Bücher, Hexen hexen u.a. Aber ein vergnügter Lesespaß ist sie allemal, auch für Erwachsene und natürlich für alle Schildkrötenliebhaber: Die Idee ist lustig und wunderbar unmoralisch, die Sprache schlicht und raffiniert zugleich, der Sprachwitz beträchtlich. Zum Beispiel, wenn Herr Hüpfenstich eine geheime Zauberformel aufschreibt, die Frau Silber ihrem Otto jeden Tag vorlesen muss und die ihn zum Wachstum anregen soll: Mok, Otto, mok (Kom, Otto, kom …) Der Name Otto regt an, weitere Namen oder Begriffe zu finden, die vorwärts wie rückwärts zu lesen sind. Das Ende der Geschichte verweist ins Märchenhafte: Herr Hüpfenstich und Frau Silber heiraten, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Ein Kind gibt es dann aber doch: Der erste Otto, der ja ausgetauscht wurde, findet ein neues Zuhause bei einem kleinen Mädchen namens Roberta Zwisch. Schildkröten werden bekanntlich alt, weshalb Otto auch heute noch bei Roberta lebt, die inzwischen verheiratet ist und selbst zwei Kinder hat - Roald Dahl schließt den Kreis.
Im Vorwort des Autors wird das Thema Schildkröten, illegaler Handel mit ihnen, dass sie vom Aussterben bedroht sind etc. thematisiert. Politisch korrekt betont er, dass die Geschichte von Frau Silber und Herrn Hüpfenstich in den alten Tagen spielt, als sich noch kein Mensch um diese Fragen geschert hat.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 krä, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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