GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Pressler, Mirjam
Titel Novemberkatzen Wenn das Glück kommt
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-407-79970-8 Reihe
Verlag Beltz, Weinheim, 2010
Seitenzahl 428 Preis 15,00 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 14-15
16-17
Inhaltsangabe In diesem Band sind zwei Werke Presslers vereint. In Novemberkatzen spielt die Ilse die traurige Hauptrolle, ein Kind, das bis zum Ende des Buches von keiner Person lieb gehabt wird, wie eine Novemberkatze, die nichts taugt. In “Wenn das Glück kommt ...” spielt die aus Polen kommende Halinka, die in einem Kinderheim aufwächst, dort Tagebuch führt und das Leben immer wieder positiv zu betrachten versucht.
Beurteilungstext In “Novemberkatzen” wird das Leben der kleinen Ilse beleuchtet, die als viertes Kind einer vom Ehemann verlassenen Frau aufwächst. Sie wird vom keinem lieb gehabt, von Geschwistern und Schulkameraden drangsaliert, ihre Bemühungen um Anerkennung und Zuneigung nicht beachtet. Immer wartet man als Leser, dass etwas passiert, etwas Schlimmes oder hoffentlich eine Verbesserung der Lage. Aber alles geht immer so weiter und am Schluss des Buches knüpft Ilse alle Hoffnung auf das Neue Jahr, auf die Geburt des fünften Kindes. Aber woran soll sich die Hoffnung knüpfen? Auch wenn inhaltlich da was fehlt, die Sprache ist sehr ergreifend und sehr bildhaft, so dass sich der Leser Ilses Gegend genau vorstellen kann.

In “Wenn das Glück kommt ... “ lebt das Mädchen Halinka in einem Kinderheim, weil der Mutter das Sorgerecht entzogen wurde. Ihr Bezugspunkt ist eine Tante, der das Sorgerecht nicht erteilt wurde. Das Leben im Heim wird eindrucksvoll und sehr bildhaft beschrieben, wie die Mädchen untereinander argwöhnisch und neidisch sind, wie man zu keiner Vertrauen fassen kann. Halinka schreibt viele ihrer Gedanken in ein geheimes Tagebuch. Das ist ihre Hoffnung und ihr Halt. Als sie die Ungerechtigkeiten und Gemeinheiten der großen, frechen Elisabeth nicht mehr ertragen kann, setzt sie sich endlich zur Wehr. Damit ist für Halinka und die anderen Mädchen die Wende herbeigeführt, das Leben im Heim wird erträglicher und die Hoffnung, dass das Glück kommt, wird genährt.

Sehr beeindruckend ist eine persönliche Erzählung Mirjam Presslers aus Ihrem Leben, wie sie zum Lesen und Schreiben gekommen ist. Der Leser erfährt viel über Presslers Leben und kann Parallelen zu den Büchern ziehen.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 T-IR, Thüringen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund