GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Teller, Janne
Titel Nichts, was im Leben wichtig ist
Übersetzer / Originalsprache Engeler, Sigrid C.Dänisch
Illustrator
ISBN 978-3-446-23596-0 Reihe
Verlag Hanser, München, 2010
Seitenzahl 140 Preis 10,00 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Klappenbroschur Gattung  Roman
Zielgruppe
Inhaltsangabe Agnes erzählt von Pierre Anthon, der eines Tages erkannte, dass "nichts etwas beutete und es sich deshalb nicht lohnte, irgendetwas zu tun". Er verlässt die Schule und verhöhnt seine Klassenkameraden. Die beschließen, einen "Berg der Bedeutung" als Gegenwert zu errichten, doch das Unterfangen gerät aus den Fugen.
Beurteilungstext Pierre sagt: "Alles ist egal … Denn alles fängt nur an, um aufzuhören." und "Das Ganze ist nichts weiter als ein Spiel, das nur darauf hinausläuft, so zu tun als ob …" Er verzieht sich auf den Pflaumenbaum, bewirft die anderen Kinder mit unreifen Pflaumen, später mit Kernen. Sie sind verunsichert. Was ist, wenn Pierre Recht hat? Er darf nicht Recht haben, das Leben darf nicht sinn-los sein. Die Kinder beschließen, Dinge von Bedeutung zu sammeln und im alten Sägewerk einen "Berg der Bedeutung" zu errichten.
Der beginnt mit einer Puppe ohne Kopf, einem alten Gesangsbuch des frommen Kai. Bald bildet sich eine Reihe heraus. Jeder muss mitmachen, und die anderen achten darauf, dass es wirklich Dinge "von Bedeutung" sind, die den Berg erhöhen. Kleine Feindschaften schaffen kleine Fiesigkeiten, es wird bei anderen Kinder gebohrt, die neuen Sandalen müssen auf den Berg, der Hamster, die Schlange aus der Biologie-Sammlung, die Dannebrog, die dänische Nationalfahne, eine Adoptionsurkunde. Spätestens nachdem Elises Bruder, der mit eineinhalb Jahren starb und auf dem Friedhof begraben liegt, des Nachts ausgegraben werden muss, gerät die Aktion außer Kontrolle. Als schließlich die Polizei zu den zwanzig Kindern aus der siebten Klasse ins Sägewerk kommt, floss bereits Blut.

Janne Teller benutzt den Existenzialismus, um die Situation immer absurder werden zu lassen. Sie wählt mehrfach, sogar oft die Steigerungsformen, um die Situationen in ihrer Eskalation zu beschreiben: "Dunkel. Dunkler. Grabesdunkel" oder "Wenig angenehm. Unangenehm. Eklig." oder "Ein winziges bisschen. Weniger. Nichts."
Nach dem Superlativ in der Geschichte muss es einen Abbruch geben, was sollte danach noch kommen? Die Polizei unterbindet abrupt, die Zeitungen fragen noch einmal nach: unkontrollierbare Auswüchse einer Abschlussklasse der dänischen Gemeinschaftsschule oder Fragen und Antworten der Kinder nach dem Sinn des Lebens - oder sogar Kunst? Immerhin bietet ein Museum über drei Millionen Dollar. Da kann man sogar den Rosen-Jesus ersetzen … Wer den "Berg der Bedeutung" verkauft, für den kann er keine Bedeutung haben, findet Pierre. Und vielleicht hatte er auch erkannt, was Agnes vermutet: Bedeutung ist relativ - und deshalb bedeutungslos.


Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 uhb, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Nein
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