GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor von Vogel, Maja
Titel Nele und die Flaschenfee
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Harvey, Franziska
ISBN 978- 3-551-65151-8 Reihe Zu zweit leichter lesen lernen
Verlag Carlsen, Hamburg, 2010
Seitenzahl 79 Preis 7,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erstlesetext
Zielgruppe 6-7
Inhaltsangabe Nele hat sich mit ihrer besten Freundin Pia zerstritten. Die feiert nun im Nachbargarten Geburtstag, während Nele nebenan Unkraut zupft. Da findet sie plötzlich eine Flasche. Als sie sie öffnet, steigt eine winzige Fee heraus und schenkt ihr drei Wünsche. Die ersten taugen nicht viel, aber der dritte ist ein Volltreffer. Die blöde Pia wird in eine Gans verwandelt. Das wollte Nele so nicht. Schließlich schaffen Nele und die Fee es dann doch, Pia zurück-zuverwandeln.
Beurteilungstext Die beste Freundin ist neben den Eltern vermutlich die wichtigste Person im Leben kleiner Mädchen. So war es auch mit Nele und ihrer Freundin Pia. War! Denn ausgerechnet einen Tag vor Pias Geburtstag gab es einen bösen Streit zwischen den beiden und nun feiert Pia mit anderen Freundinnen. Nele hockt im Nachbargarten und ist ziemlich sauer. Und nun driftet die Geschichte ins Märchenhafte, ähnlich wie bei den Gebrüdern Grimm. Man erinnert sich an das Märchen "Vom Fischer und syner Fru". Eine kleine Fee wird von Nele aus einer Flasche befreit und Nele bekommt dafür drei Wünsche frei. Natürlich vertut sie die ersten beiden. Mit dem dritten jedoch verwandelt sie die zickige Pia in eine Gans, aber eigentlich nur aus Versehen. Deshalb bekommt Nele ein ziemlich mulmiges Gefühl. Denn eigentlich war Pia doch bis vor kurzem noch ihre beste Freundin. Natürlich hat die Geschichte einen glücklichen Ausgang, jedoch nur, weil Nele Selbstkritik übt. Sie erinnert sich an die vielen tollen Dinge, die sie mit ihrer Freundin erlebt hat und kann so zusammen mit der Fee Fiorella entsprechende Zauberkräfte entwickeln. Das Mädchen lernt dabei, dass man selber aktiv werden muss, um eine echte Freundschaft wiederzubeleben. Das ist auch das (pädagogische) Fazit dieser Geschichte.
Diese witzige und doch gewissermaßen lehrreiche und märchenhafte Erzählung ist der erste Band der Buchreihe "Zu zweit leichter lesen lernen" aus dem Carlsen-Verlag, der mit diesen Büchern Lesestoff mit Strategien der neueren Lesedidaktik anbietet. Das Prinzip wird auf dem Rücktitelblatt erläutert. Ein geübter Leser und ein Leseanfänger lesen das Buch gemeinsam. Der geübte Leser liest die linke Seite mit dem längeren und schwierigeren Text, der Leseanfänger die rechte Seite mit dem kürzeren und einfacheren Text in blauer Schrift. Die lustigen Illustrationen helfen beim Textverständnis. Zum Schluss kann die Geschichte anhand der kleinen Bildmedaillons nacherzählt werden, die sich vorne und hinten im Buch befinden. Der Verlauf der Geschichte ist mit Pfeilen und gepunkteten Linien gekennzeichnet. So kann ganz beiläufig das Textverständnis überprüft werden. Ein ausgesprochen pfiffiger Einfall des Verlags und eine gute Weiterentwicklung der bestehenden Zusammen-Lesen-Konzepte auf dem Markt. Man wünscht dieser neuen Reihe wirklich viel Erfolg.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 bifi, Bayern

  in der AJuM Datenbank Ja
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