GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Thilo,
Titel Mord in der Domstadt
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Kock, Hauke
ISBN 978-3-7855-6872-9 Reihe 3 für alle Fälle
Verlag Loewe, Bindlach, 2010
Seitenzahl 138 Preis 8,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Kriminalerzählung
Zielgruppe 10-11
8-9
Inhaltsangabe Die Freunde Paul und Jennifer suchen an Sperrmülltagen die Stadt nach brauchbaren Elektroartikeln ab. Anschließend repariert Paul alles, Jenny kümmert sich um den Verkauf. Eines Tages finden sie in ihrem Schaukasten ein Handy mit dem Hinweis “Bitte reparieren”. Mit ihm können sie in die Vergangenheit reisen und finden sich plötzlich gemeinsam mit Pauls Bruder Finn in Mainz vor 150 Jahren wieder, um den Tod der rätselhaften Sumpfleiche zu lösen.
Beurteilungstext Eine spannende Erzählung mit historischem Hintergrund. Die Stadt Mainz wird mit ihrem damaligen Lebensalltag anschaulich geschildert. Dem kindlichen Leser wird es leicht gemacht sich mit der Hilfe der Protagonisten ein umfassendes Bild von der Stadt zu machen und sie auf ihren Gängen zu begleiten: Die Stadttore, viele Märkte, öffentliche Brunnen, ratternde Pferdewagen, unebenes Kopfsteinpflaster, Handwerkszünfte und düstere Mietskasernen, in denen die Menschen beengt und unter schlimmsten Bedingungen hausen müssen. Hautnah erleben die drei Detektive mit, dass sie sich nur noch durch einen rettenden Sprung zur Seite vor dem schmutzigen Wasser retten können, dass mangels fehlender Abwasserkanäle einfach auf die Straße gegossen wurde. Außerdem erfahren sie, dass halb Mainz damals noch Sumpfgebiet war und erfahren etwas von dem legendären Domschatz.
Gemeinsam recherchieren sie den Mord von Peter Kalbsfuß, der Sumpfleiche, was schließlich nicht ganz ungefährlich wird und lernen einige Personen seines näheren Umfeldes kennen, wie seinen Vater, seine Verlobte und letztendlich auch seinen Mörder.
Aber mutig und klug wie sie sind, schaffen sie es natürlich allen Gefahren zu trotzen und landen schließlich wieder heil und gesund in der Gegenwart. Erwachsenen gegenüber sind sie schlagfertig und gewitzt, wissen stets, was zu tun ist und besitzen außergewöhnliche Fähigkeiten, wie z.B. aus einem Nagel einen Dietrich zu formen und damit eine Tür aufzubrechen; ganz schön pfiffig für Neunjährige! Ist auch der Ort real und die geschichtlichen Beschreibungen, die Kinder sind es auf jeden Fall nicht. Sie erinnern eher an Superman-Gestalten, Menschen mit außerordentlichen Fähigkeiten, sicherlich eine prickelnde Mischung! Skurrile Personenbeschreibungen scheinen sowieso zu den Vorlieben des Autors zu gehören. Dazu zählt insbesondere die Charakterisierung der alten Nachbarin von Karl Kalbfuß; eine hexenhaftere, verrücktere Alte kann man sich kaum vorstellen.
Lebendig geschrieben, hauptsächlich in wörtlicher Rede gehalten und sprachlich gut verständlich, ist das kurzweilige Werk bereits für ältere Grundschulkinder geeignet. Die vielen fein ausgestalteten schwarz-weiß Zeichnungen tragen wesentlich zum Sinnverständnis bei. Im Abspann finden sich kurze zusätzliche Informationen über Mainz und den Dom.
Ein 2. Band namens “Raubzug der Geister” liegt bereits vor, mögen noch viele weitere folgen!
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 Fe, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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