GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Lyon, Annabel
Titel Mein verflixtverdrehtes Jahr
Übersetzer / Originalsprache Meinel, MariaEnglisch
Illustrator Guhr, Constanze
ISBN 978-3-407-74194-3 Reihe
Verlag Beltz, Weinheim, 2010
Seitenzahl 205 Preis 7,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Erzählung
Zielgruppe 10-11
12-13
Inhaltsangabe Im Leben der elfjährigen Amy finden große Veränderungen statt. Der Familienzusammenhalt wird auf eine harte Probe gestellt, als der Großvater schwer erkrankt und schließlich stirbt. Mit der großen Schwester Dexter ist auch nicht immer gut auszukommen. Als diese bei einer Party betrunken ertappt wird, kommt es zum Eklat. Doch zum Glück gibt es ja noch Robert...
Beurteilungstext Dieses Buch macht seinem Titel alle Ehre. Sicher hatte die Autorin damit ihre Handlung im Sinn, aber eigentlich ist alles an diesem Werk chaotisch. Nicht nur das Thema, auch die Schreibweise ist sprunghaft und irritierend, dabei gerät die Geschichte leider langatmig und kaum spannend. Die Handlung verknüpft mehrere Themen: die Krankheit und den Tod des Großvaters, das schlechte Geschwisterverhältnis zwischen Amy und Dexter und das Leben in einer Familie mit zwei Mädchen, die sich am Beginn bzw. mitten in der Pubertät befinden. Amy erzählt aus ihrer Sicht und so wird der Leser direkt mit ihren Gefühlen und Gedanken konfrontiert. Die daraus resultierenden sprunghaften und teilweise irrationalen Handlungsweisen muss man nicht unbedingt verstehen. Auch hier das pure Chaos. Dabei kann einem die Protagonistin schon leid tun. Die Erkrankung und der Tod des Großvaters machen Amy schwer zu schaffen, richtige Hilfe innerhalb der Familie erhält sie aber nicht. Sie nutzt das Flamenco-Tanzen als Hilfsmittel bei der Bewältigung des Schmerzes.
Dann das durchwachsene Verhältnis zu der großen Schwester Dexter. Hier werden die typischen Teenie-Probleme zu Beginn der Pubertät thematisiert. Dass Amy bei einer Party in ein Umkleidehäuschen gesperrt wird, ist genauso ein Fiasko wie Dexters Alkoholmissbrauch.
Lichtblicke in diesem Buch sind Amys Freundschaft mit Robert, die sich als beständig entpuppt, sowie die Gestalt der Fiesen Fiona, die auch nette Seiten zeigen kann. Zum Inhalt passt die Gestaltung mit einem kunterbunten Titelbild und Buttons, die sich eingangs der verschiedenen Kapitel wiederholen.
Dieses traurige Werk mit eingebauten, gezwungen witzig wirkenden Sequenzen ist im wahrsten Sinn der Worte verflixt verdreht, auch wenn die Autorin sich bemüht, feinsinnig zu schreiben. Gerade die Themen Demenz und Tod sowie Übergang von Kindheit zu Pubertät sind nicht einfach. Daraus eine stimmige Geschichte zu machen, ist hier leider nicht ganz gelungen. Deshalb nur eingeschränkt empfehlenswert für Mädchen ab 11.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 PIGI, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund