GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Green, John
Titel Margos Spuren
Übersetzer / Originalsprache Zeitz, SophieEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-446-23477-2 Reihe
Verlag Hanser, München, 2010
Seitenzahl 335 Preis 16,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 14-15
12-13
Inhaltsangabe Der Ich-Erzähler Quentin erzählt beginnend mit einem Rückblick über seine Freundschaft zum Nachbarskind Margo. Margo scheint eine wahre Heldin des Lebens- beliebt, frech, taff. Quentin ist ein Mensch, der von sich selbst sagt: “Ich liebe die Langeweile, die Routine.” Beide Protagonisten haben aber noch ganz andere Facetten.
Beurteilungstext Als Neunjährige finden die beiden Kinder einen Toten im Park. Dieses Erlebnis prägt mehr als sie zunächst erkennen.
Später leben sie so unterschiedlich, dass sie zwar Nachbarn sind, aber eigentlich haben sie nichts miteinander zu tun. Margo ist als Freundin für Quentin unerreichbar. Das ändert sich ganz plötzlich kurz vor dem Schulabschluss. Margo taucht unerwartet bei Quentin auf und bittet ihn um Hilfe, denn sie hat 11 Probleme zu lösen. In dieser Nacht geht Quentin über seine selbstgesteckten Grenzen und er lernt Margo neu kennen- oder glaubt dies zumindest.
Am nächsten Tag ist Margo verschwunden und Quentin begibt sich wie besessen auf die Suche nach ihr. Er versucht, die rätselhaften Spuren zu lesen, die Margo hinterließ. Als er Margo schließlich findet, reagiert sie ganz anders als erwartet.
Die Geschichte fordert dazu auf, sich nicht vorschnell ein Bild über einen Mitmenschen zu machen. “Es fällt schwer, andere nur als normale, andere Menschen zu sehen. Wir werten, bewerten, machen uns ein Bild, das nicht passt, hören ihm nicht zu.”
Viele skurrile Typen spielen im Buch eine Rolle, aber es gibt auch richtig gute Freunde.
Die Dialoge der Kinder als 9-Jährige zeigen eine umwerfende Logik, die Spaß macht. Hier wird mit Satzbau und Sprache gespielt.
Kurze Sätze erhöhen das Handlungstempo, lassen Ereignisse als Reihung erscheinen. Weiter erhöhte Dringlichkeit wird durch Einwortsätze erzeugt. Betonungen erscheinen kursiv.
Neben diesem bewusst eingesetztem Satzbau enthält die Geschichte nette Sprüche. Situationskomik entsteht durch die Ereignisse während der temporeichen und irgendwie sinnlosen Fahrt durch Teile der USA.
Das Buch enthält unerwartete Wendungen, gibt Lesefreude und vermittelt nebenbei auch Erkenntnisse für Jugendliche, die Abschied nehmen müssen von der Schulzeit, Dingen, Menschen und sich danach neu finden müssen.
Für sein Buch “Eine wie Alaska” erhielt der Autor viel Anerkennung, eine zweifache Nominierung für den Jugendliteraturpreis und einen Preis. Auch sein zweites Buch wurde ausgezeichnet.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Fee, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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