GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Simoen, Jan
Titel Mamas Liebling
Übersetzer / Originalsprache Pressler, MirjamNiederländisch
Illustrator
ISBN 978-3-473-35320-0 Reihe
Verlag Ravensburger, Ravensburg, 2010
Seitenzahl 119 Preis 9,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Klassenlesestoff
Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 14-15
16-17
Inhaltsangabe Kurz nachdem der 16-jährige Nathan nach Hause gekommen ist, wird er von der Polizei abgeholt und aufs Revier gebracht. Er fühlt sich dem anstehenden Verhör durchaus gewachsen, immerhin hat er damit Erfahrung und seine Aussage ist mit den Mittätern Vince und Laurens abgesprochen. Außerdem wird, wie immer, seine Mutter kommen und ihn aus den Fängen der Polizei befreien. Doch dieses Mal läuft die Sache anders als Nathan sich das vorgestellt hat.
Beurteilungstext Nathan Deweerth sitzt einige Stunden im Verhörraum des Kommissariats und muss über das, was er seiner Ex-Freundin Elke angetan hat, Rechenschaft ablegen. Zwischendurch ist er mehrmals allein im Raum und seine “Gedanken schwimmen in seinem Kopf wie Goldfische in einem zu kleinen Glas”. Der Autor lässt Nathan in der Ich-Form sprechen und denken, so wirkt diese Innenschau nachvollziebar und authentisch. Nathan erinnert sich an das, was er bisher angestellt hat (Brandstiftung, Sachbeschädigung), an die Beziehung zur Mutter, die stets zu ihm hält und an die zu seiner Ex-Freundin Elke, der er so übel mitgespielt hat. So kann sich der Leser ein Bild machen, wie der Junge “tickt”: Er ist überempfindlich, egozentrisch, gewalttätig wenn er sich ärgert, unfähig, sich den Realitäten zu stellen und Problemlösungen zu suchen. Er ist, wie der Kommissar befürchtet, auf dem Weg in die Kriminalität. Vor seinem Gewissen versucht Nathan, seine Taten zu verharmlosen. Es ist doch alles gar nicht so schlimm, verglichen mit dem, was Erwachsene tun, Elke hat ja eigentlich selbst Schuld, wenn er so reagiert und rot sieht (er ist eben so !). Ihre Mutter kann ihn sowieso nicht leiden und außerdem sei seine Rache eine Sache der Ehre. Um abzulenken, versucht er den Kommissar in eine Debatte über die öffentliche Meinung über Jugendliche zu verwickeln und seine Angelegenheit zu einem gesellschaftlichen Problem zu machen.
Nathan hat sich eine harmlose Lügenversion des Geschehens ausgedacht, verwickelt sich aber in Widersprüche. Man erfährt stückchenweise, was eigentlich passiert ist. Das macht das Buch spannend und es soll auch hier nicht zu viel verraten werden. Erst auf den letzten Seiten, als sich die Situation zuspitzt, Nathan der Lüge überführt wird, seine Mutter nicht kommt und Elke im Krankenhaus liegt, gesteht sich Nathan seine Tat ein. Er bekommt Angst und erkennt, was für ein “Scheißkerl” er ist. Das lässt hoffen.
Eine besondere Rolle spielt Nathans Mutter. Er weiß genau, dass sie ihm keinen Wunsch abschlagen kann, was er -vor allem was das Taschengeld betrifft- , weidlich ausnutzt. Trotz Diebstahl, Erpressung und vieler Lügen hat sie ihn stets in Schutz genommen, doch diesmal muss er es allein ausbaden. Dieses Mal wird er Strafe und Buße spüren und sich vielleicht ändern. Man hat das Gefühl, sie hätte schon viel früher so reagieren müssen.
Das Buch ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert als Klassenlektüre ab 8./9. Klasse.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Schü, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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