GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Obrecht, Bettina
Titel Mama Papa und die Neuen
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Hardt, Iris
ISBN 978-3-570-22106-8 Reihe Bd. 22106
Verlag cbj, München, 2010
Seitenzahl 187 Preis 6,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Erzählung
Zielgruppe 10-11
Inhaltsangabe Lea macht eine sehr schwierige Zeit durch. Ihre Eltern wollen sich nicht nur trennen, sondern präsentieren ihr auch gleich neue Partner. Das einzig Stabile ist ihr Hund Casper, der nun mit Lea zwischen Mutter und Vater und deren Häusern wöchentlich pendeln muss. Da der Hund wegen der neuen Tiere nicht willkommen ist, fühlt sich Lea sehr unglücklich und weiß nicht mehr ein noch aus.
Beurteilungstext Bettina Obrecht spricht in dem sehr gut erzählten Kinderbuch ein äußerst schwieriges Thema an. Die Trennung einer Familie kommt viel zu oft vor. Die meisten Kinder kennen das Wort Scheidung und gehen sehr unterschiedlich damit um. Für die kleine Lea bricht nicht nur alles zusammen, sondern sortiert und arrangiert sich neu. Sie ist übrig. Die Liebe ihrer Eltern zu ihr wird zwar wortreich deutlich, ist aber nicht überzeugend, denn keiner erkennt Lea`s wirklich schlimme Situation. Erwachsene Leser haben mit der Fülle dieser emotionalen Tiefschläge mit Sicherheit zu tun. Für sie ist auch das Nachwort des Psychologen Gerhard Bliersbach gut verständlich.
Kinder, die dieses Buch eventuell von sich trennenden Eltern zum Trost geschenkt bekommen, nützen die Erklärungen nichts. Wie sollen sie verstehen, dass die Katze, die Kaninchen und das zu erwartende Baby, der Häuserwechsel, die zwei neuen Geschwister, jeweils neue Partner von Mutter und Vater, das viel zu kleine Zimmer, die neue Oma, ein umgestaltetes ehemaliges Heim nur Beispiele für die verschiedenen Familien auf der Welt sind? Gut gemeint, aber weniger wäre wohl mehr!
Nicht unerwähnt soll das Thema Tiere in der Familie bleiben. “Zufällig” haben alle Tiere und kümmern sich auch, so gut es geht. Der Gewissenskonflikt, für welche Person sein Tier nun am wichtigsten ist, können jedoch die angesprochenen Kinder im Grundschulalter nie und nimmer lösen. Das Cover passt gut zu diesem Problem. Genau auf diese Weise landen in der Realität Tiere im Tierheim.
Empfehlenswert ist das Buch für Erwachsene, für Kinder unter Vorbehalt.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Kl., Sachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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