GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Friedmann, Herbert
Titel Liebeslied für Amelie
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-468-20499-9 Reihe
Verlag Langenscheidt, Berlin / München, 2010
Seitenzahl 160 Preis 8.95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Erzählung
Zielgruppe 14-15
16-17
Inhaltsangabe Amelie, fast 16, hat schon einige Wochen lang im Internet Kontakt zu Dylan aus Sheffield. Täglich treffen sie sich in ihrem Chatroom. Amelie ist berührt von Dylans Gedichten und begeistert von seiner gloriosen Zukunft als Radiomoderator. Als sie drei Wochen bei einer Gastfamilie in Sheffield verbringen kann, wird aus der Fernliebesbeziehung eine komplizierte Geschichte. Dylan hat sich einfach in zu schöne Lügengeschichten verstrickt.
Beurteilungstext Eine richtig schöne Liebesgeschichte, mit rührendem Glück, tiefer Verzweiflung, großer Angst und wohlmeinenden Menschen, die unterstützend eingreifen. Amelie ist ein tolles Mädchen, selbständig, kritisch, sie handelt überlegt. Sie lebt allein mit ihrem Vater und kann sehr gut mit ihm umgehen. Dylan ist ein liebenswerter Spinner, der sich die Welt schön redet. Für ihn war der Chatroom eine Spielfläche, bis er sich in Amelie verliebte. Aber Dylan und Amelie haben eins gemeinsam: Sie lieben Sprache. Dylan macht wunderschöne Gedichte, die Amelie immer wieder treffen. Und so gibt es schließlich ein Happy End. Außer Amelie begegnet der Leser patenten Gasteltern, einer knorke Großmutter, dem irgendwie nicht so ganz patenten Vater von Amelie, Amelies Freundin Meura und einem verliebten Schulkameraden, der zwischendurch Stalkermanieren pflegt.
Für Leserinnen wichtig ist die Zweisprachigkeit der Geschichte. Erzählsprache ist deutsch, Schon auf der zweiten Seite erhält Amelie eine Mail von Dylan, natürlich englisch, sie antwortet auch englisch. Amelie kann gut englisch, darauf wird nicht eingegangen, sie kann das eben. Für die Leser gibt es Hilfe: In die Seiten sind grau unterlegte Textblöcke mit vielleicht fremden Wörtern und der für den Text passenden deutschen Bedeutung eingefügt. Hier erscheinende Wörter sind im Text fett hervorgehoben. Der Lesefluss wird durch diese Hilfen nicht gestört. Als Amelie dann in Sheffield ist, geht der Wechsel zwischen den Sprachen schneller und es wirbelt durcheinander. In der Gastfamilie spricht man eben englisch. Und bis es soweit ist, hat auch die Leserin ihren Wortschatz so gesichert, dass sie einfach versteht und sie ist so um Amelies Glück besorgt, dass sie weiter lesen muss. Der spinnerte Dylan hat sie sowieso schon ins Herz getroffen - mit Worten und Gesten. (Er küsst Fingerspitzen und Handrücken!).
Ein Lesevergnügen mit sehr nützlichem Effekt, man trainiert Englisch. Das mit der Liebe kann auch trainieren - fürs Leben.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 Pfn, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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