GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Semel, Nava
Titel Liebe für Anfänger
Übersetzer / Originalsprache Pressler, MirjamHebräisch
Illustrator Raidt, Gerda
ISBN 978-3-941087-82-8 Reihe
Verlag Jacoby & Stuart, Berlin, 2010
Seitenzahl 113 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 12-13
ab 18
Inhaltsangabe In sieben Geschichten erzählt die Autorin von der ersten Liebe, die erste ist absolut ein Text des 21. Jahrhunderts, sachte nähert sie sich der Vergangenheit, die letzte spielt im Jahre 1936. Das ist auch die Geschichte, die am weitesten geht, alle anderen erzählen vorwiegend von der Vergeblichkeit der ersten Liebe, davon, warum es einfach selten klappen kann, aber unendliche Wunden und Gefühle hinterlässt. Die Illustrationen Raidts komprimieren den Text hochsensibel.
Beurteilungstext Der junge Leser (der besonders) wird vom ersten Wort jeder der Erzählungen gefordert: Bis kurz vor dem jeweiligen Ende erfährt er nicht, wer oder was der/die Ich-ErzählerIn ist. Und jedes Mal fällt er/sie darauf herein und die Autorin hat ihr Ziel erreicht: Zu zeigen, dass man vorurteilslos Handlung und Personen beurteilen soll und es nicht kann. Nava Semel bricht mit alten Tabus, es ist einfach alles möglich, so wie es das Leben zeigt. Die Vorurteile finden aber keine Resonanz in den handelnden Personen, sondern einzig und allein im Leser selbst.
Wie es ein erwachsener Mensch wie die Autorin es überhaupt schafft, das Innenleben der jungen handelnden Personen so leicht und authentisch darzustellen, ist hohe Kunst (das trifft selbstverständlich ebenso auf die Übersetzerin zu, wer aber den Namen Pressler kennt, weiß das ohnehin).
Die Handlung der 7 Geschichten (die mythische Zahl sagt, dass es sich um die Quintessenz aller Geschichten der Welt handelt) in Stichworten:
1. Die erste Liebe kämpft gegen alle Gewohnheiten, die Protagonisten ängstigen sich, sie wahrzunehmen, und tun sie es endlich, ist es zu spät.
2. Shakespeares Sommernachtstraum verwirrt auch heute noch - allen Telenovelas zum Trotze.
3. Warum das Schreiben von Liebesbriefen so schwer ist.
4. Anfang und Ende einer Liebe sind ebenso unbegreiflich, wie sie gleichzeitig nebeneinander vorkommen können.
5. Eine frühe Liebe kann nicht beginnen, wenn eine Lüge sie überlagert.
6. Der lyrische Beginn einer Liebe gelingt nur ohne Planung, nicht aber ohne Vorbereitung.
7. Extreme Situationen fördern extreme Reaktionen

Diese kleine Sammlung ist grundsätzlich für alle Leser ab der Pubertät geeignet, für 13/14-Jährige aber unbedingt zu empfehlen.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 cjh, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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