GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Bentele, Günther
Titel Leben im Mittelalter - Der Kesselflicker und die Rache der Bauern
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Puth, Klaus
ISBN 978-3-401-06466-6 Reihe Arena Bibliothek des Wissens. Lebendige Geschichte
Verlag Arena, Würzburg, 2010
Seitenzahl 144 Preis 8,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Historische Erzählung
Zielgruppe 12-13
Inhaltsangabe Karlmann der Kesselflicker zieht mit seinem Eselskarren von Dorf zu Dorf und repariert die Töpfe und Kessel der Bauern. In Kübelsbrunn wird er Zeuge, wie ein Unbekannter mitten in der Nacht versucht, einen Grenzstein zu versetzen. Als dann noch im Wald des Ritters gewildert und ein prächtiger Hirsch erlegt wird, ist die Aufregung im Dorf groß. Die Bauern verdächtigen den Kesselflicker. Er wird vom Ritter von Farrenkopf verhört. Wenn Karlmann für schuldig erklärt wird, droht ihm der Galgentod.
Beurteilungstext Günther Bentele lässt den Kesselflicker Karlmann, alt und vogelfrei, zu Wort kommen. Aus seiner Sicht wird die spannende Geschichte erzählt, die der Autor in dem Nest Kübelsbrunn ansiedelt. So oder so ähnlich könnten sich die Ereignisse aber in jedem Dorf im Mittelalter zugetragen haben. Der jugendliche Leser ist gleich mitten im Geschehen. Im Laufe der Erzählung erhält er Einblick in das ungebundene, aber auch ungeschützte Leben des Kesselflickers auf der einen Seite und dem Alltag der sesshaften, angesehenen Bauern, die ihrem Herren zu Frondiensten verpflichtet sind, auf der anderen Seite.
Illustrator Klaus Puth zeigt den Kesselflicker als einen armen Mann, der barfuß und in zerrissener Kleidung ins Dorf kommt. Ein verschmitzter Gesichtsausdruck lässt allerdings erahnen, dass sich Karlmann nicht so schnell ins Bockshorn jagen lässt. Die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung.
An jedes Erzählkapitel schließt sich ein Sachkapitel mit Informationen zu den zuvor behandelten Themen an. Dadurch lässt sich das Erzählte besser verstehen und einordnen. Gleichzeitig wird die Spannung auf den Fortgang der Geschichte gesteigert. Die Sprache des Erzählers Karlmann ist sehr direkt und manchmal etwas derb. Nicht zuletzt wird die Verwendung von Kraftausdrücken auch heute noch als “Schimpfen wie ein Kesselflicker” bezeichnet. Der Sprachstil der Sachkapitel ist ein anderer. In sachlichen, teilweise umständlich formulierten Sätzen erfahren die Leser Näheres über die Arbeit und die Abgaben der Bauern oder die Weiterentwicklung ihrer Geräte.
Günther Bentele ist pensionierter Lehrer. Ihm gelingt es, den jugendlichen Lesern historisches Wissen zum Leben und Alltag der Bauern im 12. und 13. Jahrhundert in unterhaltsamer Weise zu vermitteln. Auf diese Art erworbenes Wissen ist sicherlich nachhaltiger als das bloße Auswendiglernen von Jahreszahlen.



Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 fee, Bremen

  in der AJuM Datenbank Ja
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