GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Lees, Amanda
Titel Kumari - Prinzessin in New York
Übersetzer / Originalsprache Bean, GerdaEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-596-85398-4 Reihe
Verlag Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2010
Seitenzahl 329 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Fantastische Erzählung
Zielgruppe 12-13
Inhaltsangabe Kumari ist eine göttliche Prinzessin in einem Königreich, das auf keiner Karte verzeichnet ist. Bei dem Versuch, ihre Mutter zu retten, landet sie versehentlich in der Jenseitigen Welt und zwar mitten in New York. Da sie die Regeln dieser Welt nicht kennt und ihre Gabe der Sprachen noch nicht sehr ausgereift ist, kommt es zu vielen Missverständnissen. Ihr bleibt nur 1 Jahr und 1 Tag, um in ihr Königreich zurückzukehren, doch wie soll sie es je wiederfinden?
Beurteilungstext Kumaris Mutter wurde ermordet und ist nun in der Vorhölle gefangen. Nur ihre Tochter ist von reiner Abstammung und kann sie retten, indem ihr Tod gerächt wird. Leider hat Kumari beim Unterricht der acht göttlichen Gaben bislang nur mäßig aufgepasst, so dass diese nicht besonders ausgereift sind. Ihr Versuch mit ihrer Mutter in Verbindung zu treten, geht mächtig schief und sie landet mitten in New York. Das Jugendamt teilt ihr eine Pflegefamilie zu und Kumari erfährt, was Familie bedeutet. Die Gabe der Sprachen lässt sie schnell die anfängliche Sprachbarriere durchbrechen und auch in der Schule findet sie Anschluss und verliebt sich in Chico. Ihr Glück wäre perfekt, wenn sie nicht nur 1 Jahr und 1 Tag Zeit hätte, um in ihr Königreich zurückzukehren. Wenn die Zeit abgelaufen ist, muss sie auf ewig in der Jenseitigen Welt bleiben. Zudem schwebt sie in großer Gefahr, denn der Schönheitschirurg Simon Razzle hat großes Interesse an ihre Eigenschaft der ewigen Jugend und jemand unbekanntes versucht mit allen Mitteln, Kumaris Rückkehr in ihr Königreich zu verhindern.
Eine große Schwäche der Geschichte um die göttliche Prinzessin Kumari ist die durchweg kraft- und farblose Figurenzeichnung. Alle Protagonisten sind Stereotype, die aus ihrer Rolle nicht ausbrechen und dadurch charakterlich schwach und austauschbar sind. Handlungen bleiben oft unreflektiert, wodurch die Geschichte häufig
unglaubwürdig, verwirrend und undurchsichtig erscheint. So wird auf den schmerzlichen Verrat von Kumaris Kindermädchen, die für sie Mutterersatz geworden ist, nach der Offenbarung nicht weiter eingegangen. Amanda Lees verstrickt sich gerade zum Ende hin in zu viele Handlungsstränge, die sie nicht mehr logisch miteinander zu verknüpfen vermag. Auch führt sie viele Situationen nicht konsequent zu Ende. So schildert sie beispielsweise ausführlich , wie Chico die Praxis von Simon Razzle findet, der Kumari gefangen hält, wie er Kumari aus der Praxis von Simon Razzle jedoch rettet, bleibt offen. Da anzunehmen ist, dass der Schönheitschirurg die “Quelle ewiger Jugend” in Gestalt von Kumari entsprechend bewacht, wäre die Flucht ein nicht unwesentlicher Teil der Geschichte. Die immer wiederkehrenden Tagebucheinträge von Kumari, die die Geschichte auflockern sollen, wirken auf Dauer ermüdend, da sie nur das wiederholen, was bereits im vorhergegangenen Kapitel geschildert wurde. Auch die ständigen Wiederholungen, dass Kumari noch eine Göttin in Ausbildung sei und daher die magischen Fähigkeiten noch nicht beherrscht, langweilen schnell, vor allem, weil sie dennoch immer wieder den Einsatz der Zauber versucht und ihr diese dann plötzlich doch gelingen.
Schon das ganz in Pink gehaltene Cover mit goldenen Verzierungen spricht naturgemäß eher Leserinnen ab 12 Jahren an. Die meist ermüdende Lektüre mit vielen Ungereimtheiten und ohne echten Spannungsbogen ist ihnen trotzdem nur eingeschränkt zu empfehlen. Im Epilog ist bereits als kleiner Vorgeschmack das erste Kapitel des in Kürze erscheinenden zweiten Bandes abgedruckt.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 Krisp, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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