GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Einwohlt, Ilona
Titel Kissenschlacht und Räuberleiter
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Rachner,Marina
ISBN 978 -3-596-85404-2 Reihe
Verlag Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2009
Seitenzahl 190 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 10-11
4-5
Inhaltsangabe Achtzehn Geschichten, die aus unterschiedlichen Perspektiven Verhältnisse zwischen Geschwistern thematisieren
Beurteilungstext Geschwister sind die Menschen, die uns - neben den Eltern - von klein auf am vertrautesten sind und mit denen wir auch die ersten großen Probleme und Auseinandersetzungen haben. Achtzehn Geschichten von z.T. renommierten Kinderbuchautoren (z.B. Härtling, Kordon und Maar) hat Ilona Einwohlt hier zusammengestellt . Sie hat eine sehr gute Auswahl getroffen! Gleich zu Beginn zwei Geschichten, die die Eifersucht auf das jüngere Geschwisterkind zum Thema haben: “Brabra Brabra” von Christian Bieniek (S.11-17) und “Hannes lässt die Fetzen fliegen” von Anne Steinwart (S.18-27). In beiden Geschichten kämpft der ältere Bruder um die Zuwendung der Eltern, die nur noch Augen für die kleine Schwester haben. In der Erzählung “Alles wegen Nele” erklärt sich der Bruder - wenn auch widerwillig - bereit, seine kleine Schwester spazieren zu fahren. Doch gerade als er so etwas wie Zuneigung zu ihr entwickelt, trifft er auf seine KLassenkameraden und er wünscht sich mit einer Rakete davonfliegen zu können (S.44-53). In Achim Brögers Erzälung “Jenny” ist die Zuwendung zur (behinderten) Schwester verbunden mit Verantwortungsgefühl und sogar Stolz. Mehrere Beiträge berichten vom wohl häufigsten Geschehnis zwischen Geschwistern: sich zanken und sich wieder vertragen (z.B. S.104-116:”Mama hat Geburtstag” und S.117-128: “Geschwister sind cool und zum Kotzen”).
Jana Frey schildert in der geradezu anrührenden Geschichte “Mias Familie” (S.138-146) die schwierige Eingewöhnungsphase eines Pflegekindes in eine Familie, deren leiblicher Sohn die “neue” Schwester zunächst total ablehnt.
Schließlich können wir lesen, wie Geschwister sich einträchtig verbünden in der Opposition gegen einen neuen Verehrer ihrer alleinerziehenden Mutter (S.154-166:“Spaghetti mit Konfetti” von Martina Dierks und S.167-177: “Ein Hühnchen und kein Hahn” von Klaus Kordon). Dass Verbundenheit und Auseinandersetzungen zwischen Geschwistern bis ins hohe Alter bestehen bleiben, hat Susanne Lütje eindrücklich geschildert in ihrer Geschichte ”Am Mittwoch in der Villa Sonnenschein” (S.178 - 188): Jeden Mittwoch besucht die kleine Elisa ihre Urgroßmutter und deren (leicht demente) Schwester im Seniorenheim, spielt mit ihnen Karten, hört beständig die gleichen Sätze, aber auch den Gesang der alten Damen. Auf dem Heimweg singt sie eins der Lieder und die Geschichte endet mit dem Satz: “Sie freut sich schon auf nächsten Mittwoch”.
Die Illustrationen der Marina Rachner sind zum Verständnis der Geschichten nicht unbedingt erforderlich, sind für jüngere Kinder aber vielleicht ein hilfreicher Anblick.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 hewi, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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