GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Heilmann, Klaus
Titel Kikis geheimer Kinderratgeber
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Weis, Vincent (9 J)
ISBN 978-3-426-65471-2 Reihe
Verlag Droemer Knaur, München, 2010
Seitenzahl 160 Preis 12,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Elternratgeber
Zielgruppe 16-17
ab 18
14-15
Inhaltsangabe Das zweite Buch, in welchem die kleine Kiki wieder den erwachsenen Eltern, Erziehern und Lehrern die Leviten liest. Sie, die noch nicht ganz 10 Jahre alt ist, muss natürlich ein bisschen vorlaut und altklug sein, damit ihre Analyse genügend Substanz hat. Der Humor in vielen Formulierungen macht das mehr als wett. Wieder ein köstlich zu lesender und hoffentlich zu beherzigender "Kinderratgeber".
Beurteilungstext Erwachsene vergessen offensichtlich bei ihren Kindern, dass sie selbst irgendwann Kinder waren. Wenn die Kinder ein Verhalten zeigen, dass die Erwachsenen nicht gut finden, so liegt es doch zumeist daran, dass Kinder imitieren. Und was imitieren sie? Ihre Eltern! Da zeigt sich, dass "Vormacher" noch lange keine "Vorbilder" sind. Kiki ist aber noch einen Schritt weiter. Sie gibt zu bedenken, dass das Nacheifern von Vorbildern deshalb nicht wünschenswert ist, weil man so sein will wie jene. Viel besser aber sei, wenn man glücklich werden will, und das wird man, wenn man sein eigenen Wünschen und Träumen folgt.
Damit Kiki nicht nur auf Kinderebene (sie ist Mittelkind, und auch dies Problem wird von ihr angesprochen - und gelöst) argumentiert, bedient sich Klaus Heilmann eines Tricks. Er gibt ihr eine zuverlässige ältere Quelle an die Seite, nämlich Poldi, den Bruder ihrer Mutter. So kennt Kiki Dinge, die ihre Mutter lieber nicht bekannt wüsste, und die Tatsache, dass Kinder nach ihren Eltern kommen, ist erziehungsmäßig oft nicht von Vorteil.
Neben Humor und Anliegen kommt auch noch Spott ins Spiel. Der Autor spottet in Form von Kiki über sogenannte "moderne Eltern". Da heißen die beiden nicht mehr Mama und Papa, sondern Susi und Ferdi. Aus streiten wird diskutieren, Kinder zu Partnern und Spiele zu anti-allergischen Kreativspielen.

Zum Schluss hofft Kiki, dass spätestens dieses zweite Buch von ihr Erfolg hat. Sie beschreibt, "worüber Erwachsene echt mal nachdenken sollten". Und falls das nicht der Fall sein sollte, so hilft wohl nur noch die "Schule für schwererziehbare Erwachsene, wie sie Erich Kästner erfand. Im Buch.

Wer "Kikis nützlicher Kinderratgeber" bereits las und davon lernte, für den bietet dieses "geheime" Buch wenig Neues. Anlasss und Ziele sind sehr ähnlich und die Erkenntnisse auch. Für die, die das erste noch nicht kennen, es aber nicht mehr zu erwerben ist, ist dies ein sehr geeigneter Ersatz.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 uhb, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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