GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Kratzer, Hertha
Titel Keltische Sagen
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-8000-5548-7 Reihe
Verlag Ueberreuter, Wien, 2010
Seitenzahl 180 Preis 14,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Sagen
Zielgruppe 10-11
12-13
14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Dreißig Keltische Sagen - über die Urmutter, den Stammvater Alleswisser, den König Artus und den Zauberer Merlin, das Schwert Excalibur und die Sänger und Barden, über Parzifal und Tristan und Isolt u.a. - werden erzählt.
Beurteilungstext In einen ungeheuren Sog gerät, wer das Glück hat, keltische Sagen erzählt zu bekommen (wie die Rezensentin, die Heinrich Dickerhoff zuhören durfte, den Präsidenten der europäischen Märchengesellschaft).
Am Inhalt kann es nicht liegen: zu fremdartig, ungewohnt und kriegerisch sind die Sagen und doch - sie rühren an Erinnerungen, Gedanken und Gefühle aus der Tiefe. Nie wurden diese Geschichten von denen, die sie erdichteten, aufgeschrieben; mündlich überdauerten sie mehr als 2000 Jahre und griechisch römisch christlicher Überlagerung. Erst christliche Mönche zeichneten sie auf.
Aber noch heute sind in unserem kollektiven Gedächtnis König Artus, das Schwert Excalibur und die Sänger und Barden tief verankert. Jahr für Jahr treffen sich an den Extersteinen in der Nacht zum 1. Mai (dem Frühjahrsbeginn der Kelten) viele Menschen, die keltische Bräuche verehren. Die Weisheit der Druiden und die Verehrung der Natur – heilige Haine, heilige Quellen, heilige Bäume; der Glaube an eine „Anderswelt“ – sind nicht nur Vergangenheit, sie sind noch gegenwärtig.
Esoterik ist für viele Menschen von großer Bedeutung – und nicht vor Missbrauch geschützt.

In einem schönen Buch, das auffällig schlicht auf jedes überflüssige Detail verzichtet (ein matt blauer Buchdeckel, ein lakonischer Titel, der Name der Verfasserin und ein matt grünes keltisches Zeichen), werden dreißig Sagen auf 180 Seiten erzählt.
Es gibt keine Illustration. Der Text ist angenehm zu lesen, 1 ½-zeilig auf leicht getöntem Papier. Das geschriebene, das gesprochene Wort steht im Mittelpunkt.

Am Ende des Buches gibt es 1 ½ Seiten über „Die Kelten“ und vierzehn Literaturangaben „Über Helden, Sagengestalten und mythische Orte der Kelten“. Hier könnten sich die LeserInnen dieser sich nicht so leicht erschließenden Geschichten durchaus mehr Hinweise und Informationen wünschen.

Alles in allem: ein Buch, das Jungen besonders begeistern wird und ihnen „sagenhafte“ Möglichkeiten bietet; aber auch ein schönes Hausbuch zum Vorlesen !
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 , Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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