GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Valentine, Jenny
Titel Kaputte Suppe
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3--423-24778-8 Reihe dtv premium
Verlag dtv, München, 2010
Seitenzahl 198 Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Broschur Gattung  Roman
Zielgruppe 14-15
ab 18
Inhaltsangabe Rowans Bruder Jack ist vor zwei Jahren tödlich verunglückt. Seitdem der Vater weggezogen, die Mutter depressiv. Rowan versucht dies zu verheimlichen, indem sie den Haushalt und die Sorge um die kleine Schwester auf sich nimmt. Durch einen Zufall lernt sie einen jungen Amerikaner kennen, der sie an Jack erinnert, aber ihr erstmals das Gefühl gibt, wertvoll zu sein. Durch ihn gerät auch Rowans mühsam aufgebautes Verteidigungssystem ins Wanken, was einen Neuanfang für alle bedeutet.
Beurteilungstext Durch die Ich-Perspektive ist der Leser/ die Leserin von der ersten Zeile in Rowans Geschichte einbezogen, die mit einem zerknitterten Fotonegativ beginnt, das ihr von dem unbekannten jungen Mann geradezu aufgedrängt wird. Erst allmählich wird Rowans Situation entfaltet. In kleinen Episoden erzählt sie von ihrem Alltag, ihrem Kümmern um die kleine Schwester und um die anteilslose Mutter, die sich in ihrem Schmerz um den toten Sohn völlig vergraben hat. Wie stark die beiden Mädchen sein müssen, zeigt einprägsam ein Besuch beim Arzt mit der Mutter. Auch gegenüber dem Vater, der ein Wochenendvater für die Jüngere geworden ist, halten sie den Schirm um den Zustand der Mutter durch Lügen aufrecht.
In der Schule gewinnt sie eine neue Freundin, Bee, die ihr anbietet, das Negativ zu entwickeln, aber sie auch in ihre alternative Familie aufnimmt.
Der verwickelte Knoten scheint sich immer stärker zu verfilzen. Dennoch ist es ihre neue Beziehung zu Harper, die ihr allmählich hilft, den Knoten zu lösen. Dieser junge Amerikaner auf Europa-Trip in einem umgebauten Krankenwagen bringt Rowan endlich dazu - es ist in der Mitte des Buches - ihm (und den Lesern) zu erzählen, wann und wie ihr Bruder gestorben ist.
So ist dieses lesenwerte Buch zweierlei: die Geschichte einer ersten Liebe und eine Geschichte über den Unfalltod eines Bruders und wie schwer dieser Tod die Familie und Freundin trifft, sodass sie fast daran zerbrechen. Der Selbstmordversuch der Mutter wird dann zur Katharsis, der es Rowan möglich macht, von ihrer Verantwortung abzugeben und auf eine Rückkehr von Harper zu hoffen.
Die Übersetzung von Klaus Fritz wirkt sehr nah am Original und in den vielen Dialogen sehr lebensnah und lebendig.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 uwo, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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