GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor McGhee, Alison
Titel Julia Gillian und die Kunst der Hellseherei
Übersetzer / Originalsprache Kollmann, BirgittEnglisch
Illustrator Kozjan, Drazen
ISBN 978-3-423-62433-6 Reihe Reihe Hanser
Verlag dtv, München, 2010
Seitenzahl 224 Preis 7,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Erzählung
Zielgruppe 10-11
12-13
Inhaltsangabe Julia findet das Leben gemein. Mit neun Jahre fragt sie sich, ob das Leben nur schrecklich ist, wenn man groß wird. In diesem Sommer ist sie besonders mutlos. Ihre Angst verbirgt sie meistens hinter selbst gebauten Masken. Besonders bedrohlich ist für Julia ein Buch, das sie verschnürt und versteckt hat, um das traurige Ende nicht lesen zu müssen. Julia lernt schließlich, auf die Angst zuzugehen, das Traurige zuzulassen und damit wieder offen für die guten und hellen Seiten des Lebens zu sein.
Beurteilungstext Die äußerst sensible Julia Gillian findet das Leben gemein und ungerecht. Neun Jahre ist sie alt und fragt sich, ob das Leben nur noch schrecklich ist, wenn man erwachsen wird. Bald wird die Schule wieder beginnen und sie kann nicht mehr morgens mit ihrem einzigen Vertrauten, dem Bernhardiner Bigfoot spazieren gehen. In diesem Sommer steht es besonders schlimm um ihre Mutlosigkeit und gerade in diesem Jahr haben ihre Eltern während der Ferien kaum Zeit für Julia Gillian. - Julia Gillian hat allerlei Talente: Vor allem kann sie Pappmaché-Tiermasken bauen und ein wenig hellsehen, z.B. ob etwas ein schlechtes Ende nehmen wird. Hinter den Masken kann sie ihre Angst und Besorgnis verbergen. Sehr wirksam ist die wilde Waschbärenmaske für ihre einsamen Spaziergänge mit Bigfoot. - Julias Eltern stellen ihrer Tochter unerwartet eine besonders schwere Aufgabe: Sie soll endlich das grüne Buch zu Ende lesen! Dabei hat Juli dieses Buch extra verschnürt und versteckt, als ihr deutlich wurde, dass dieses Buch schlecht ausgehen und der Hund darin möglicherweise sterben würde. Hilfreich in dieser Situation ist Julias Babysitterin Enzo. Julia versteht mit ihrer Hilfe, das es darum geht, entweder ein trauriges Ende zu riskieren oder weiterhin in Angst vor dem Buch zu leben. Zunächst entscheidet Julia sich für ein Leben in Angst. Dann entscheidet sie sich durch ihre Angst hindurch zu gehen. Tatsächlich stirbt der Hund im Buch und Julia ist sehr traurig. Aber erlöst fühlt sie sich nicht. Eine neue Maske muss her, eine die vielen Angst machenden Schreckensnachrichten der Zeitung vereint. Wieder ist es Enzo, die Julia geschickt beibringt, dass Ängste vielleicht bleiben, das man mit ihnen leben kann und muss. Jetzt wird es doch noch ein herrlicher Sommer. Die Eltern haben endlich Zeit und überraschen ihre Tochter mit selbst gebauten Pappmaché - Hüten, auf denen ausnahmslos gute Nachrichten versammelt sind. - Ein wunderbar einfühlsames Buch, das Kindern einen guten Zugang zur Auseinandersetzung mit der eigenen Mutlosigkeit bieten kann.









Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 GSTR, Nordrhein-
Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
  Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.
 
AJuM der GEW c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund