GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Seefeldt, Philipp
Titel Ida still im Menschenmeer
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Seefeldt, Philipp
ISBN 978-3-401-09800-5 Reihe
Verlag Arena, Würzburg, 2010
Seitenzahl 28 Preis 12,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 6-7
4-5
Inhaltsangabe Ida ist ein ungewöhnliches Kind. Sie liebt ihre Stadt und nimmt uns mit auf eine Stadtrundfahrt der besonderen Art. Wo Ida wohnt, gibt es Faulenzertiere, Knochentiere und Brückentiere zu bestaunen. Aber auch ein Riesenmaul, eine Schildkröte und ein großer gelber Wurm stehen auf ihrem Programm. Was sich dahinter verbirgt wird nur der erkennen, der bereit ist, sich auf Idas Stadtansicht einzulassen.
Beurteilungstext Auf dieses Buch muss man sich wirklich einlassen und wenn man es dann tut, wird man mit einer tollen Rundreise belohnt. Ida zeigt dem Leser ihre Stadt, wie diese noch nie betrachtet wurde. Die großen Häuser sind Schiffe, riesige Ozeandampfer, während unter der Erde, unsichtbar für alle, das Faulenzertier den Verkehr regelt. Häuser werden von Knochentieren (Kräne, Bagger, Baufahrzeuge…) gebaut. Alle Attraktionen sind anschaulich dargestellt. Aber auch im Text verstecken sich viele Zeichen und Bilder. Buchstaben oder Wörter werden hervorgehoben, der ganze Text erscheint so aufgelockert. Dabei zeigt Ida auch, was an ihrer Stadt nicht so toll ist, stinkende Autos zum Beispiel.
Dieses Buch ist nicht nur etwas für kleine Leser. Auch die Großen werden von Idas Blickwinkel auf ihre Heimatstadt begeistert sein, wenn sie eben bereit sind, sich darauf einzulassen. Solch einen Stadtführer gibt es wahrscheinlich kein zweites Mal. Philipp Seefeldt ist es gelungen anhand von Kollagen mit kleinen Zeichnungen und verschiedenen Perspektiven eine faszinierende Ansicht einer Großstadt zu gestalten. Zu Beginn habe ich stark gerätselt, ob es sich um eine reine Phantasiestadt (Brückentiere gibt es an vielen Orten) oder doch um eine reale Stadt handelt. Anfangs hielt ich sogar Paris für denkbar, da Idas Kleidungsstil auch dorthin passen könnte, aber schnell wurde klar, dass Ida in Berlin lebt, einer wirklich großen und lauten Stadt. Dies wird ab Seite 14 deutlich, wenn Ida den Leser mit zum Riesenmaul nimmt, dem Brandenburger Tor. Wenn man dann auf die Anfangsseite zurückblättert, wo die Reise begonnen hat, sieht man anhand der Skyline, dass man auch früher hätte darauf kommen können. Der Name der Stadt taucht aber nirgendwo auf.
Besonders empfehlenswert ist das Buch für alle kleinen Berliner oder Kinder, die schon eine Beziehung zu dieser Stadt haben. Denn die werden es mit anderen Augen sehen, als Kinder, denen Berlin fremd ist. Aber spannend ist dieser Blick für alle kleinen und großen Leser. Vielleicht gehen Sie ja nach dem Buch mit ihren Kindern mal durch ihre Heimatstadt und überlegen, was für interessante Tiere dort leben. Auch eine Reise, die sich lohnen kann.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 DaGO, Sachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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