GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Berry-Hart, Tess E.
Titel Genopolis
Übersetzer / Originalsprache Ganslandt, KatarinaEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-596-80894-2 Reihe Fischer Schatzinsel
Verlag Fischer Schatzinsel, Frankfurt, 2010
Seitenzahl 396 Preis 8,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Fantastische Erzählung
Zielgruppe 14-15
12-13
Inhaltsangabe Im Jahre 2069 ff bietet Genopolis seinen Bürgern Schutz vor Krankheit und Schmerz. Empathie, Freude, Gefühle kennen sie nicht. Freilich gibt es nicht nur diese scheinbar privilegierten Menschen. Sie leben auf Kosten von Menschen, die in als minderwertig angesehenen Kasten leben. Die Ordnung gerät ins Wanken durch Angriffe auf das Gelehrtenstift und Menschen, die um ihr Leben kämpfen.
Beurteilungstext Die Welt der Zukunft trennt die Menschen durch Kasten. Es gibt die Menschen in der Stadt, die Privilegierten, die Bürger, eine genetisch veränderte Superrasse, die auf Kosten der Gemini leben, die gehalten werden als Organspender. Außerhalb der streng bewachten Stadt leben die Natürlichen in Hunger und Not, verachtet wegen ihrer Emotionen. Auch sie dienen letztendlich dem Erhalt der Bürger.
Einfach ist das Leben in Genopolis nicht, denn Lebensmittel sind knapp, Strom ist kostbar. Genopolis hat eine Tauschwirtschaft. Vergnügen liefert der Zirkus mit Gladiatoren und mutierten Wesen. Tiere an sich dienen ausschließlich der Nahrungsmittelproduktion.
Arlo glaubt, er gehöre zu den Bürgern. Er wächst behütet im Gelehrtenstift auf und ist geschockt, als er durch Zufall von seiner Herkunft erfährt und entdeckt, dass er ein Experiment ist. Als sich die politische Macht in der Stadt verschiebt, gerät er in Lebensgefahr. Dank einiger Helfer kann er fliehen und lernt Uscha kennen. Auch sie ist auf der Flucht, sie sollte geopfert werden für das Leben einer Bürgerin. Der Überlebenswille setzt ungeahnte Kräfte frei und lässt Gefahren in Genopolis und in der Natur überstehen.
Genopolis stellt eine Zukunft vor, in der Diktatur, Rassismus und den Traum vom ewigen Leben herrschen. Trotzdem sind Freundschaft, Freude, Empathie und der Mut zum Widerstand und Solidarität bei einigen Menschen vorhanden. So erlaubt das Buch einen verfremdeten Blick auf unsere Geschichte. Ausgangspunkt der Entwicklung von Genopolis war eine Umweltkatastrophe. Sind Katastrophen durch Überwachungsstaaten beherrschbarer? Hilft eine Bücherverbrennung, Wissen zu vernichten?
Die Geschichte ist spannend erzählt, lädt zum Nachdenken ein und ist trotz der Ortswechsel und der Rückblicke in Arlos Geschichte- kenntlich gemacht durch den Schrifttyp- angenehm lesbar.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 Fee, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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