GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Frey, Jana
Titel Frido XXL
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Geisler, Dagmar
ISBN 978-3-423-71391-7 Reihe
Verlag dtv, München, 2010
Seitenzahl 186 Preis 5,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Adoleszenzroman
Zielgruppe 10-11
12-13
14-15
16-17
Inhaltsangabe Frido ist dick, richtiggehend fett. Das war nicht immer so. Doch nach der Trennung seiner Eltern und einem Umzug in eine fremde Stadt hat er viel Zeit vor dem Computer und dem Fernseher verbracht und jede Menge Schokoriegel und Erdnussflips in sich hineingestopft. In der Schule wird er gehänselt und er hat keine Freunde. Bis Tiffany auftaucht. Sie ist zwar sehr dünn, hat aber ganz andere Probleme. Erst durch gegenseitige Hilfe bekommen beide ihr Leben wieder in den Griff.
Beurteilungstext Erzählt wird die Geschichte von Frido, dessen Mutter in der Ausstellungsabteilung des Naturkundemuseums arbeitet und dessen Oma Opernsängerin ist. Außerdem gibt es da noch seinen Hund Schnitzel. Sie alle sind ziemlich dick. Eigentlich dreht sich das häusliche Zusammenleben nur ums Essen und um Fridos Onkel Giovanni, der erst zwei Jahre alt ist. Fridos Vater wohnt in Paris und hat eine neue schlanke sportliche Familie.
Hinzu kommt Tiffany aus dem Hinterhaus. Ihr Vater ist ein berühmter Maler. Doch irgendwie stimmt mit den Beiden etwas nicht. Tiffany ist viel zu dünn und hat nie warme Sachen zum Anziehen und ihr Vater weint so laut, das Frido es nachts hören kann.
Natürlich ist es ein glücklich inszeniertes Zusammentreffen. Das jeder dem anderen helfen kann und plötzlich mit seiner eigenen Situation und seinen Problemen nicht mehr allein ist, hat beflügelnde Wirkung auf beide. Doch persönlich finde ich, solche Jugendbücher, die sich mit schwerwiegenden Problemen auseinandersetzen, sollten auf jeden Fall Lösungen aufzeigen und Hilfe bieten. Dies leistet das Buch und es verweist auch auf Internetseiten, die sich mit dem Problem der Fettleibigkeit aus jugendlicher Sicht beschäftigen. Fridos Problem wird auch nicht breitgetreten und sein gestörtes Essverhalten nicht unnötig übersteigert beschrieben. Auch das finde ich gut, da der humorvolle Zugang den Jana Frey an vielen Stellen wählt auch Leichtigkeit im Umgang mit dem Thema ermöglicht (Frido denkt nur ans Essen und stellt sich an den Fenstern jeden Stockwerks, was er mit seinem übergewichtigen Körper bewältigen muss, Fleischbällchen und Spagetti Bolognese und vieles mehr vor). Die Familienverhältnisse von Frido und Tiffany sind alles andere als klassisch. Eben so, wie unsere Gesellschaft es auch ist. Und Männer werden nicht verklärt als Alleskönner und tolle verantwortunsvolle Familienoberhäupter beschrieben, sondern eben auch als von Emotionen gerüttelte oder die Karriere vor alles stellende verantwortungslose Ehrgeizlinge.
Als Taschenbuch für 5,95 finde ich außerdem, dass dies ein sensationell guter Preis ist.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 AZ, Hessen

  in der AJuM Datenbank Ja
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