GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Poznanski, Ursula
Titel Erebos
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-7855-6957-3 Reihe
Verlag Loewe, Bindlach, 2010
Seitenzahl 485 Preis 14,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Softcover Gattung  Thriller (Fantasy)
Zielgruppe 14-15
16-17
Inhaltsangabe Der 16 jährige Nick bekommt in seiner Londoner Schule das Computerspiel Erebos, das ihn süchtig macht. Er akzeptiert dessen strenge Regeln und geht Kompromisse ein, weil er Angst vor einem Rauswurf hat. Nick muss nicht nur im Spiel Aufträge erfüllen, sondern er erhält auch Befehle für die reale Welt. Das Programm spricht und denkt wie ein Mensch, Nick versucht zusammen mit einigen anderen hinter dieses Geheimnis zu kommen.
Beurteilungstext Der erste Teil des Buches beschreibt sehr ausführlich die Spielstrategie dieses Computerspieles. Der Weg in die Spielsucht wird gut geschildert. Als Zugeständnis an diese Altersgruppe werden die blutigen Kämpfe über Seiten dargestellt. Die Abhängigkeit vom Computerspiel Erebos und damit die Bereitschaft, auch in der realen Welt kriminelle Handlungen auszuführen, erlebt auch der Leser wie einen Sog. Er wird, ebenso wie die Akteure im Buch, immer wieder verblüfft durch die detaillierten Kenntnisse, die das Computerprogramm über die jeweiligen Spieler aus dessen Realität hat. Der zweite Teil des Buches widmet sich der Aufklärung der Spielstrategie. Wie die zwanghafte Abhängigkeit der Hauptperson sich zu normalem Spielinteresse wandelt, ist glaubwürdig entwickelt. Es werden Erklärungen angeboten, mit welchen Methoden das Spiel arbeitet. “Fiktion und Realität verschwimmen auf irritierende Weise” heißt es zu Recht im Klappentext.
Der Schluss ist wieder Fantasy.
Obwohl die Verfasserin Österreicherin ist, wird die Handlung nach London verlegt. Ein Grund dafür wird am Ende des Buches schlüssig erklärt. Das soziale Umfeld bedeutet für den 16 jährigen Nick logischerweise nicht mehr die Eltern, die nur am Rande eine Rolle spielen. Wichtig für ihn ist seine Altersgruppe, was von jugendlichen Lesern sofort nachvollziehbar ist. Der junge Erwachsene, der zum Schluss in die Aufklärungsgruppe integriert ist, wird von den Jugendlichen als gleichwertig anerkannt, weil er einfach mehr praktische Lebenserfahrungen sammeln konnte.

Die Sprache ist anschaulich. Die vielen Dialoge machen das Buch lebendig. Ein Stadt- bzw. U-Bahnplan von London hätte die Orientierung erleichtert. Ein Nachwort zum Stichwort “Künstliche Intelligenz” wäre interessant gewesen. Das Buch, als Softcover vorgelegt, ist stabil gelumbeckt und hält auch einen Transport im Rucksack aus. Das Titelblatt, bei dem nur 3 Farben rot, schwarz und weiß benutzt werden, wirkt ansprechend. Die Buchstaben sind geprägt.
Das Buch ermöglicht die Identifikation mit der Hauptpersone. Die Auseinandersetzung mit Computerspielen und deren Sogwirkung (nicht nur bei Jugendlichen beiderlei Geschlechts) wird in diesem “Thriller” gelungen dargestellt.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 AB, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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