GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor POZNANSKI, Ursula
Titel Erebos
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-7855-6957-3 Reihe
Verlag Loewe, Bindlach, 2010
Seitenzahl 488 Preis 14,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Taschenbuch Gattung  Erzählung
Zielgruppe 12-13
14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Als Nick von einem Klassenkameraden eine DVD mit einem neuartigen Computerspiel bekommt, ist er wie fast alle anderen davon besessen. Fast zu spät kommen ihm Zweifel an dem, was das Spiel von ihm verlangt und wie es ihn und seine Mitschüler verändert. Zum Glück findet er Zugang zu einer Gruppe Jugendlicher, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Geheimnis von Erebos zu ergründen.
Beurteilungstext Erebos ist ein Spiel. Es beobachtet dich, es spricht mit dir, es belohnt dich, es prüft dich, es droht dir. Erebos hat ein Ziel: Es will töten.“ – Das ist der Klappentext der Buchversion. Das ist alles, mehr nicht. Und er hält, was er verspricht. So gefesselt wie die Spieler in der Erzählung vom Onlinespiel „Erebos“ sind, ist es auch der Leser.
Poznanski kombiniert in ihrer Erzählung geschickt zwei, nein eigentlich sogar drei Genres miteinander, die eher selten eine Symbiose eingehen: Fantasy, Cyberspace-Novel und Krimi. Das Besondere daran ist das Verschwimmen der Grenzen zwischen den Handlungsorten durch das Spiel Erebos, das im Zentrum der Handlung steht. Aus der personalen Sicht des 17-jährigen Nick Dunmore steigt der Leser in das Fantasy-Spiel Erebos ein und kann miterleben, wie abhängig es macht: Erebos erkennt nämlich die geheimen Wünsche des Spielers und der „Bote“, eine Art deus ex machina, hilft den Heldenfiguren immer in Notsituationen. Sicherlich wird Nick anfangs ein wenig stutzig, dass die Gegenleistungen, die der Bote für seine Hilfe verlangt, nicht im Spiel, sondern der Realität zu vollbringen sind. Aber der Wunsch, in der Hierarchie des Spiels aufzusteigen ist so groß, dass Nick sich erst beginnt Gedanken zu machen, als Erebos von ihm indirekt verlangt, seinen Lehrer zu vergiften – im Übrigen ist Nicks bester Freund, ein bekennender Gegner von Erebos, vorher schon lebensgefährlich verletzt worden. Durch diesen Anschlag und weitere, kleinere Angriffe auf Mitschüler wird nach und nach deutlich, dass das intelligente Spiel ein Netz von gegenseitiger Kontrolle aufgebaut hat, um sich gegen Eindringlinge abzusichern. Für den Leser bleibt auch Nicks Rauswurf aus der Spielergemeinschaft spannend, wer oder was Erebos ist und vor allem was es erreichen will. Hier beginnt der Krimi, der in einem fulminanten Finale endet, bei dem die fünf besten Spieler völlig die Grenze zwischen Realität und Fiktion verloren zu haben scheinen und im Auftrag Erebos den Chef eines Softwareunternehmens ermorden wollen.
Letztlich stellt sich heraus, dass das Spiel nichts anderes der geniale und skrupellose Rachefeldzug eines betrogenen und bereits seit zwei Jahren toten Spieleentwicklers ist, dem es gelungen war, eine künstliche Intelligenz für PC-Spiele zu entwickeln.
Alles in allem hat Poznanski eine bis zum Schluss äußerst spannende Geschichte vorgelegt, die immer wieder durch unvorhersehbare Wendungen überrascht und vielleicht auch für lesefaule PC-Zocker trotz des Umfangs zum Schmökern animiert.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 str, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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