GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Parvela, Timo
Titel Ella auf Klassenfahrt
Übersetzer / Originalsprache Stohner, Anu und NinaFinnisch
Illustrator Wilharm, Sabine
ISBN 978-3-446-23385-0 Reihe Ella
Verlag Hanser, München, 2009
Seitenzahl 149 Preis 9,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Erzählung
Zielgruppe 8-9
Inhaltsangabe Ellas Klassenfahrt sollte eigentlich in den Süden gehen. Doch dann stiftete Klassenclown Pekka am Flugplatz große Verwirrung, so saßen am Ende Schüler und Lehrer alle im falschen Flieger. Jetzt sind sie zusammen ohne Gepäck in Kittilä statt irgendwo im Süden. Hier im Norden von Finnland, genauer in Lappland, liegt im Mai immer noch Schnee und angeblich soll hier der Weihnachtsmann wohnen. Das Abenteuer beginnt…
Beurteilungstext Timo Parvela schafft es, durch seinen lockeren humorvollen Schreibstil den Leser schnell in den Bahn zu ziehen. Lässt sich der Leser sich auf die fast albern wirkenden Ideen, die nicht der Realität entstammen können (z.B. fliegt der Lehrer auf der Flugzeugschnauze mit), ein, entwickelt die Erzählung eine eigene, sehr phantasievolle Dynamik, in die der Leser hineingezogen wird. Diese Dynamik wird durch die Erzählperspektive, die Geschichte wird aus Ellas kindlicher Sicht erzählt, zusätzlich unterstützt. Ella zeigt sehr häufig ihre eigene Interpretation der Welt, welche nicht realistisch, aber immer phantasievoll ist. So wird zum Beispiel aus einem alten Mann mit Bart der Weihnachtsmann, der die Schüler nicht nur beherbergt, sondern die Kinder entführt und sie als Helferwichtel einsetzen möchte.
Neben dieser Erzählung über die lustige Klassenfahrt weist das Buch noch einen zweiten Erzählschwerpunkt auf: Der Lehrer entpuppt sich als Sohn des "Weihnachtsmannes". Beide haben sich vor Jahren zerstritten, da der Sohn nicht in die Fußstapfen des Vaters treten wollte. Der Autor hat es sehr überzeugend geschafft beide Aspekte, den Humor und eine Sozialkritik miteinander zu verbinden, ohne das ein Aspekt an Wert verliert.
Jungen Lesern, die dem vom Verlag empfohlenen Lesealter entsprechen, werden die kurzen Kapitel, die klare Serifenschrift und der größerer Zeilenabstand unterstützen, die zum Teil langen Sätze mit Nebensätzen lesen zu können. Die wenigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen sind passend zum Inhalt platziert und regen zum genaueren Betrachten an.
Dieses Buch ist ein schönes "Selbstlese-" oder Vorlesebuch für die Vorweihnachtszeit. Es macht Spaß und regt zu eigenen Phantasien an. Da es zudem Stoff für Gespräche mit dem Thema Generationskonflikte liefern kann, könnte es auch als Klassenlesestoff einer 3. oder 4. Klasse geeignet sein.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 MBD, Hessen

  in der AJuM Datenbank Ja
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