GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Carl, Verena
Titel Einmal Papa und zurück
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Renn, Lola
ISBN 978-3-522-50171-2 Reihe Lilli nie ohne Leonie
Verlag Thienemann, Stuttgart, 2010
Seitenzahl 144 Preis 8,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Mädchenroman
Zielgruppe 8-9
10-11
Inhaltsangabe In der Schule muss ein Thema für die Projektage gefunden werden und Lilli schlägt vor, Familienbilder zu malen. Leonie findet diesen Vorschlag gar nicht gut, denn sie weiß nicht recht, wen sie malen soll. Ihre Mama, ihren Stiefpapa und Stiefbruder? Oder doch ihren richtigen Papa, den sie aber schon so lange nicht mehr gesehen hat? Gemeinsam mit Lilli begibt sie sich in das kleine Abenteuer, ihren Vater auf eigene Faust besuchen zu fahren, um etwas mehr über ihn zu erfahren.
Beurteilungstext “Einmal Papa und zurück” ist ein klassisches Mädchenbuch, das typische Klischees verwendet. Während Lilli in einer Bilderbuchfamilie mit Mutter, Vater und kleinem Bruder aufwächst und von Prinzessinnen-Klebebildchen träumt, ist Leonie das komplette Gegenteil: Sie wächst in einer modernen Patchworkfamilie mit ihrer Anwaltsmutter und dem rockenden Stiefvater auf, am Wochenende kommt regelmäßig der Stiefbruder vorbei und dann gibt es da noch Andrea, eine weitere Mitbewohnerin der Wohngemeinschaft. Im Gegensatz zu Lilli spielt Leonie lieber Fußball als mit Barbiepuppen. Dennoch sind die beiden so unterschiedlichen Mädchen die besten Freundinnen; streiten und versöhnen sich. Für meinen Geschmack werden die beiden Freundinnen als auch ihre Familien zu sehr zwei Extremen zugeordnet, wodurch die Geschichte einen schwarz-weiß-Touch bekommt.
Auch weitere Klischees werden verwendet, etwa wenn Obdachlose als Menschen dargestellt werden, vor denen man Ekel empfindet. Die Geschichte vermittelt damit bestimmte Werte, dich ich nicht befürworte und leitet die jungen Leserinnen nur bedingt dazu an, offen auf Unbekanntes zuzugehen und sich selbst kritisch ein Bild zu machen. Leider gelingt der Autorin es so nicht, das durchaus interessante und aktuelle Thema der Patchworkfamilie vorbehaltlos darzustellen.
Die Geschichte, die für Leseanfängerinnen in etwas größeren Buchstaben gedruckt ist, wird durch einige Illustrationen begleitet. Diese zeigen meist eine kurz zuvor im Text beschriebene Situation und geben diese exakt wieder.
Bewertung

 eingeschränkt empf.

Rezensent

 NE, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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