GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor van Kooij, Rachel
Titel Eine Handvoll Karten
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-7026-5817-5 Reihe
Verlag Jungbrunnen, Wien, 2010
Seitenzahl 270 Preis 16,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Biografie/Biografische Erzählung
Zielgruppe 12-13
14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Leny Goldstein lebt in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in Breda einer Stadt in den Niederlanden. Eines Tages jedoch bewahrheiten sich die Befürchtungen ihrer Eltern als die Deutschen einmarschieren. Nun ändert sich grundlegend das Leben der jüdischen Familie.
Beurteilungstext Eine Album mit Karten aus den 30er Jahren, das die Autorin bei ihren Großeltern findet, ist der Ausgangspunkt der biografischen Erzählung. Es wird die Geschichte der jüdischen Familie Goldstein in chronologischer Abfolge erzählt, die in Auschwitz ermordet wurde. Als Identifikationsfigur für junge Leser dient die Tochter Leny, deren alltägliches Leben beschrieben wird. Ihre Ängste, ihre Sorgen und Freuden ähneln denen heutiger junger Mädchen, so dass das Einfühlen gut möglich ist. Zwischendrin wird immer wieder der geschichtliche Bezug hergestellt und so schleichen sich nach und nach Veränderungen und Einschränkungen ein, die durch die Nationalsozialisten hervorgerufen werden. Vor allem Lenies Eltern, die unerschütterlich an das Gute glauben und lange die Augen verschließen, zeigen die Tragik der Familiengeschichte, auch deswegen, weil zu Beginn der Erzählung das Ende in Auschwitz vorweggenommen wird. Mit diesem Hintergrund liest sich die Geschichte mit Betroffenheit, die dem Leser den Wahnsinn der damaligen Zeit einprägt.
Das Buch ist sehr empfehlenswert nicht nur für jugendliche Leser. In der Schule eignet es sich für den Einsatz in Projektgruppen, die exemplarisch jüdische Biografien erarbeiten können. Gerade weil es den Leser sehr emotional berührt, hinterlässt es nachhaltig Eindruck, der für das Verstehen der Geschehnisse unerlässlich ist.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 RPMA, Rheinland-Pfalz

  in der AJuM Datenbank Ja
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