GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Schury, Gudrun
Titel Ein Pudel spricht zur Nudel
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Erlbruch, Leonard
ISBN 978-3-351-04111-3 Reihe
Verlag Aufbau, Berlin, 2010
Seitenzahl 351 Preis 22,00 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Anthologie
Zielgruppe 6-7
10-11
Inhaltsangabe
Eine umfangreiche Zusammenstellung von Nonsens-Gedichten, humorvollen Geschichten, Lautmalerischem und frechen Sprüchen (nicht nur) für Kinder.

Beurteilungstext Neben Überlieferungen und Anekdoten, neben Klassikern wie Wilhelm Busch und Gebrüder Grimm sind hier vorwiegend Texte neuer und aktueller Autoren versammelt. Von Ringelnatz und Morgenstern bis Axel Hacke, Cornelia Funke und Kirsten Boie ist alles vertreten, was sich gerne mal einen literarischen Streich erlaubt.
So treffen in der Anthologie Baron Münchhausen, Till Eulenspiegel und die Schildbürger mit Morgensterns ästhetischem Wiesel, Karl Valentins Rittersleut und Boies Ritter Trenk zusammen: 200 Jahre Schmunzeln, Staunen, Kopfschütteln und brüllendes Lachen hat Gudrun Schury hier zusammengestellt. Sie will „die Kleinen dort packen, wo sie gut zu packen sind: bei ihrer Naschsucht - also bei ihrer Fähigkeit zu Sprachspielen, Reim und Unsinnpoesie, bei ihrer Lust an der Wiederholung, an der Zerstörung und am kreativen Neuaufbau.“ Diese humorvollen Naschereien wollen ganz ohne pädagogischen Hintergedanken erfreuen. Obwohl die Anthologie auch wie ein geraffter Überblick über die Geschichte der humorvollen Literatur gelesen werden kann ist sie besonders eines nicht: belehrend. Mal provoziert sie, mal neckt sie liebevoll und jede Seite scheint dem Leser verschwörerisch zuzublinzeln und zu murmeln: Jetzt ist nicht Deutschunterricht! Guck mal, was man so alles mit der Sprache treiben kann! Das kannst du auch!

Dichtung muss eben nichts Abgehobenes sein. Sie passiert vielleicht so ganz nebenbei am Küchentisch, wenn man mal den einen mit dem anderen Buchstaben vertauscht. Man muss Kinder vielleicht überhaupt nicht an Literatur heranführend, so die Botschaft. Vielleicht sind sie eigentlich die besseren Dichter, oder anders ausgedrückt: die Dichter des Humors sind Erwachsene, die für einen Moment wieder Kinder geworden sind. So wäre auch das eine oder andere originale Kindergedicht in der Sammlung sehr passend gewesen. Dann hätte diese Botschaft auch noch mehr überzeugt. Denn das darf man bei all der guten Laune nicht vergessen: die Texte sind alle von Erwachsenen geschrieben. Doch blinkt durch sie keine gewollte Kindlichkeit, nichts Kindisches und Erwachsen-überhebliches durch. Vielleicht sind im Lachen alle Menschen gleich alt...

Eine Fundgrube des Lachens, in der selbst für den größten Miesepeter was dabei ist.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 stef, Berlin

  in der AJuM Datenbank Ja
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