GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Lutz Rathenow & Egbert Herfurth,
Titel Ein Eisbär aus Apolda
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Herfurth, Egbert
ISBN 978-3-89603-257-7 Reihe
Verlag LeiV, Leipzig, 2007
Seitenzahl Preis 12,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 8-9
10-11
12-13
Inhaltsangabe Skurrile Geschichten über Tiere, die menschliches Verhalten zeigen.
Beurteilungstext Auf dem Titelblatt sieht man Tiere friedlich vereint um einen runden Tisch sitzen. Erinnerungen an die Hasenschule könnten aufkommen, so gemütlich wirkt die Szenerie. Doch das Vorsatzpapier nimmt schon ein bisschen von dieser Vorstellung, hier hüpfen nämlich Flöhe herum.
Dann erwarten 19 unterschiedliche Geschichten den Leser und Betrachter. Fünfmal ist vom Eisbären die Rede, vier Kartoffelkäfergeschichten gibt es, Stinktiere, Ameisen, Elefanten, ein kleiner Tiger und ein seltsamer Zoo stehen im Mittelpunkt. Auch vom Wolf und den sieben Geißlein wird erzählt. Gemeinsam ist allen Geschichten, dass etwas Unerwartetes geschieht. So besiegen die Geißlein den bösen Wolf und die Geißenmutter findet bei ihrer Rückkehr im Uhrenkasten statt des kleinsten Geißleins einen Zettel mit dem Hinweis: "Willst du jemand finden, musst du selbst verschwinden."

Alle Geschichten sind äußerst skurril, erinnern ein bisschen an die Lehrhaftigkeit von Fabeln. Der Leser ist verblüfft, schüttelt den Kopf, muss aber auch lachen, wenn z. B. die Stinktiere streiten, wer am intensivsten stinken kann.
Bei aller Einfachheit der Sprache - es werden vorwiegend Hauptsätze aneinander gereiht- wird mit Sprache gespielt, z. B. Wenn ein Dialekt verwendet wird, aus Obervolta entsteht in der sächsischen Aussprache Apolda.
In der letzten Geschichte sieht der Eisbär in den Spiegel und glaubt einen zweiten Eisbären zu entdecken, der dieselben Probleme hat wie er. Wie tröstlich.

Alle Geschichten werden sorgfältig von Egbert Herfurth illustriert. Es handelt sich dabei um kolorierte Feder- und Buntstiftzeichnungen. Da gibt es viel von dem zu entdecken, wovon in der Geschichte erzählt wird. Man muss sich aber auf die Suche machen. So ergänzen Sprache und Zeichnung einander trefflich.
Freude an diesem Bändchen haben sicher alle, die skurrile Geschichten lieben.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 TB, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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