GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor VAN KOOIJ, RACHEL
Titel EINE HANDVOLL KARTEN
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator
ISBN 978-3-7026-5817-5 Reihe
Verlag Jungbrunnen, Wien, 2010
Seitenzahl 270 Preis 16,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
für Arbeitsbücherei
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Biografie/Biografische Erzählung
Zielgruppe 12-13
14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Kindheitsjahre der jüdischen Leny in Holland, bevor sie mit ihrer Familie 1942 in Auschwitz vergast wird
Beurteilungstext Leny Goldstein ist ein jüdisches Mädchen, das in Breda, Holland, 1929 geboren wird. 2 Jahre später kommt ihre Schwester Carry zur Welt. Bis zu ihrem 10. Lebensjahr verbringen die Mädchen zusammen mit ihren musikalischen Eltern ein recht beschauliches Leben mit Schule, Geburtstagen, kleinen Alltagserlebnissen, Klavierunterricht usw. Als in Deutschland der 2. Weltkrieg ausbricht, verschlechtern sich auch in Holland die Lebensbedingungen. Immer mehr Verbote werden den Juden auferlegt. Die Eltern beruhigen ihre Töchter und glauben immer noch an einen guten Ausgang. Anfang 1942 müssen die Goldsteins aus ihrer Wohnung ausziehen und werden Ende 1942 alle nach Auschwitz gebracht, wo sie vergast werden.
Gerade zu Beginn des Romans empfand ich es beim Lesen als schwierig, sich bei den vielen Vornamen der jüdischen Großfamilie zu recht zu finden. Auch der angehängte Stammbaum war meines Erachtens wenig hilfreich. Im letzten Drittel des Buches weiß man dann inzwischen, wer zu wem gehört und leidet - gerade bei der Deportation - mit der Mutter und den Mädchen mit. Sie ertragen tapfer ihr Schicksal, auch wenn sie bestimmt längst wussten, was mit ihnen geschehen würde. So macht einen das Ende unendlich traurig, weil niemand aus der Familie Goldstein-Egger die Gräueltaten der Nazis überlebte. Rachel van Kooij fand im Nachlass ihrer Mutter eine Handvoll Ansichtskarten, die Lenys Eltern geschrieben hatten und beginnt so eine unglaublich intensive Recherche. Sie trifft und befragt Zeitzeugen und alte Freundinnen von Leny, um ihren Roman so wahrheitsgetreu wie möglich zu schreiben. Am Ende gelingt ihr das hervorragend. Auf 270 Seiten ist eine dichte, traurige, jüdische Lebensgeschichte entstanden, die sicherlich so zu 95 % stattgefunden hat.
Bewertung

 sehr empfehlenswert

Rezensent

 REI, Nordrhein-Westfalen

  in der AJuM Datenbank Ja
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