GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Pfeffer, Susan Beth
Titel Die Welt wie wir sie kannten
Übersetzer / Originalsprache Weppen, von der, AnnetteEnglisch
Illustrator
ISBN 978-3-551-58218-8 Reihe
Verlag Carlsen, Hamburg, 2010
Seitenzahl 410 Preis 17,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Science Fiction
Zielgruppe 12-13
14-15
16-17
ab 18
Inhaltsangabe Ein Asteroid kollidiert mit dem Mond und verschiebt dessen Umlaufbahn. Was als harmloses Naturschauspiel beginnt, endet in einer Katastrophe für die Menschheit. Tsunamis überfluten die Küsten und die Aschewolken der weltweit ausbrechenden Vulkane verursachen einen scheinbar nicht enden wollenden, eisigen Winter. Die 16-jährige Amerikanerin Miranda erlebt den Untergang der Zivilisation mit ihrer Familie in einer Kleinstadt in Pennsylvania.
Beurteilungstext Mirandas neues Leben beginnt in Partystimmung. Ein ganz besonderes Naturschauspiel erwarten die Menschen, die die Kollision in einer lauen Frühjahrsnacht beobachten wollen. Am nächsten Morgen hetzt Miranda mit ihrer Mutter, ihrem kleinen Bruder Johnny und der alten Nachbarin Mrs Nesbitt durch den überfüllten Supermarkt. In letzter Minute gelingt es ihnen, Einkaufswagenladungen mit Lebensmitteln, Kosmetika und Tierfutter für Kater Horton zu ergattern (sogar gegen Bezahlung), dann ist der Laden leer. Tage später schafft es Mirandas großer Bruder Matt, von seinem auswärtigen College zur Familie zurück zu kehren. Sämtliche Selbstverständlichkeiten der Zivilastion gehen in den folgenden Wochen nach und nach verloren. Geschäfte, Fernsehen, Telefon, Radio, Strom, Wasser, ärztliche Versorgung, Polizei - nichts bleibt, als das nackte Leben der fast verhungerten Familie, die in ihrem mit Spanplatten vernagelten Wintergarten sitzt und sich fragt, ob sich Hoffnung noch lohnt.
Das Thema der sich auflösenden Zivilisation und des Verlustes selbst fundamentalster Lebensgrundlagen ist eine sehr interessante Basis, um sich mit der eigenen Gesellschaft und dem eigenen Dasein auseinander zu setzen. Mirandas detaillierte Beschreibungen ihres immer schwieriger werdenden Alltags, der immer kleiner werdenden Lebensmittelrationen und des Zusammenbrechens der lebendigen Natur sind sehr anschaulich. Ab und an schleichen sich sachliche Fehler ein, etwa wenn Miranda sich durch tiefen Schnee nur mit Mühe zu einem Teich kämpft, auf dem man dann prima Eis laufen kann, oder wenn die nasse Wäsche bei Minustemperaturen draußen nicht trocknet. Auch der Zerfall der Gesellschaft ist wohl etwas beschönigend beschrieben, denn Gewalt und der Verlust von Moral halten sich in Mirandas Heimatstadt in Grenzen, und kurz vor Schluss tauchen tatsächlich noch vom Bürgermeister kostenlos verteilte Lebensmittel auf. Insgesamt aber ist Susan Beth Pfeffers Fiktion glaubwürdig.
Ich-Erzählerin Miranda schreibt in Form eines Tagebuchs. Dem fehlt es bisweilen an sprachlicher Ausdrucksstärke. Auch gewisse Längen in der Handlung treten auf.
“Die Welt wie wir sie kannten” ist eine sehr düsterer Tagebuchroman, der aber seine Leser zu fesseln weiß.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 Spra, Hessen

  in der AJuM Datenbank Ja
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