GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Tonollo, Harald
Titel Die Rottentodds - Ach, du faules Ei
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Miller, Carla
ISBN 978-3-8157-9868-3 Reihe
Verlag Coppenrath, Münster, 2010
Seitenzahl 119 Preis 9,95 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Gruselgeschichte
Zielgruppe 12-13
14-15
Inhaltsangabe Die Familie Rottentodd hat viel von der Adams Family. Die Kinder sind auf der Suche nach Band 2 des magischen Buches, das ihnen vielleicht wieder das Zaubern ermöglichen kann. Dass der Campingurlaub der sehr merkwürdigen Familie Rottentodd ausgerechnet in die Nähe der Burg Rabenstein mit der alten Bibliothek geht, finden die Kinder sehr passend. Aber wie auch bei der Suche nach Band 1 ist auch der Vater von Cousin Debilius wieder Gegner.
Beurteilungstext Der Name ist Programm. Verrotteten & Tod stecken im Nachnamen der Familie. Der Vater Patrizius ist Begräbnisunternehmer, seine Frau Prospera etwas überspannt und die Vornamen der drei Kinder beginnen auch mit P: Pampe und Palme (Zwillinge) und Polly, aber nur die letztere ist so etwas wie "normal". Die Familie stammt "von Hexen, Zauberern und allerlei anderen Wesen ab": Ein Alter von 800 Jahren ist nicht ungewöhnlich, Großtante Pauletta wird demnächst sogar 900 Jahre alt. Wer so wenig menschlich ist trotz seines Aussehens, der benimmt sich auch nicht wie andere. Das zeigt sich vor allem in der Wahl der Speisen, die die Köchin Karla zubereitet (mit je einer anderen Portion für Polly und ihren Klassenkameraden Pit): Blutegel, Kakerlakken, Asseln, Würmer, Spinnenbeine, Maden - alles, was irgendwie "eklig" ist für Menschen.

Voraussetzung für ein vergnügliches Lesen ist die Freude an schwarzem Humor. Harald Tonollo hat dafür gesorgt, dass innerhalb der Familie genügend unterschiedliche Charaktere sind, sodass auch immer wieder gleichzeitig etwas an unterschiedlichen Schauplätzen geschieht, dass hin und her geschaltet werden kann, die Spannung sich erhöht, bis die Stränge sich so unvermutet gegen Schluss treffen, dass wir das Buch befriedigt aus der Hand legen mögen, nicht ohne einen Cliffhanger für den nächsten Band mitzunehmen.
Dem schwarzen Humor gemäß sind die mit schwarzem Stift gezeichneten Illustrationen von Carla Miller. Auf dem Vorsatz hängen die Familienmitglieder an der Wand mit der Blümchentapete, die sich bereits zum Teil von der Wand abrollt. Mit dabei sind Butler, Gärtner und Köchin, ihr Hund in einem Rahmen aus Knochen, ein Rehkopf, diverse Käfer und Spinnen und deren Netze. Alle Personen haben markante Kanten, ein spitzes Kinn, tragen passend zu ihrem Haar schwarze Kleidung (bis auf Polly natürlich) im Stil des britischen Adels des vorletzten Jahrhunderts. Ihre Bilder begleiten und gliedern den Text, oft sind sie eine halbe Seite groß, manchmal nur die Zeichnung einer Insektenpuppe, einer Fliege, einer Assel oder Motte.
Sehr "süß, auch wenn wir uns lieber an Polly halten und Pfannkuchen essen anstatt Blutegelsuppe.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 uhb, Niedersachsen

  in der AJuM Datenbank Ja
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