GEW

Eine Buchbesprechung der
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW
AJuM

Autor Bardill, Linard
Titel Die Rose von Jericho
Übersetzer / Originalsprache
Illustrator Sauvant, Henriette
ISBN 978-3-7152-0587-8 Reihe
Verlag Atlantis bei Orell Füssli, Zürich, 2009
Seitenzahl 22 Preis 13,90 € (D)
Ausführung
Einsatzmöglichkeiten Büchereigrundstock
Klassenlesestoff
Medienart Buch: Hardcover Gattung  Bilderbuch
Zielgruppe 6-7
8-9
10-11
Inhaltsangabe Wer oder was ist die stärkste Kraft der Welt? Der junge Prinz bekommt den Auftrag, sie zu suchen. Und während er den Blick auf die großen Dinge richtet, findet er sie schließlich in einem ganz unscheinbaren Gegenstand. Ein seltsames Märchen über die große Kraft der kleinen Dinge.
Beurteilungstext Der Prinz erhält den Auftrag, dem König das Stärkste zu bringen, das es gibt. Dann will der Vater dem Sohn die Krone übergeben, damit dieser seinen Platz einnehmen kann. Der Prinz zieht los und er begegnet dem Feuer. Es ist unglaublich stark, aber das Wasser ist stärker. Das Wasser wiederum wird vom Wind besiegt, der allerdings von der Erde übertroffen wird. Die Erde kann der Prinz seinem Vater nicht bringen und so weint er. Da fallen seine Tränen auf ein unscheinbares graues Knäuel, das sich binnen kurzer Zeit als grüne "Rose von Jericho" offenbart. Beglückt geht der Prinz zurück zu seinem Vater, der nach der Präsentation des Wunders sein Versprechen wahr macht und dem klugen Sohn den Thron überlässt.
Die Bedeutung der vier Urelemente Feuer, Wasser, Wind und Erde wird seit Jahrtausenden diskutiert. Linard Bardill zeigt in seinem nachdenklichen Märchen allerdings, dass auch kleine Dinge ein große Kraft haben können. Die Elemente sind die Grundlage des Lebens, aber das Leben entfaltet sich auch in wunderbaren Momenten zwischen Himmel und Erde, und seine Kraft fließt in alle Dinge. Die Rose von Jericho ist ein solches Phänomen, das uns staunen lässt. Sie ist völlig unscheinbar, und doch kann sie binnen weniger Augenblicke eine völlig andere Gestalt annehmen. Diesem Wunder widmet Bardill dieses wunderbare Märchen, das von Henriette Sauvant gewohnt ausdrucksstark und dennoch ausgesprochen sensibel illustriert wurde. Mit surrealistischen Elementen in ihrer gewohnten Öltechnik betont sie die unglaublichen Momente der Geschichte. Die Personifizierung der Elemente wird dem konkreten Stil des Märchens gerecht. Der Prinz kann damit zum Entdecker seiner eigenen Wahrheiten werden, die ihn schließlich zu einem weisen Herrscher machen.
So sind auch wir Leser eingeladen, die Augen für die Schönheiten der Welt zu öffnen. Das Buch macht uns sensibel für diese Blickrichtung. Es ist mit Nachdruck zu empfehlen.
Bewertung

 empfehlenswert

Rezensent

 mr, Sachsen-Anhalt

  in der AJuM Datenbank Ja
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